Energie Schweiz

Wasserstoff – Der Treibstoff der Zukunft?

Hat Wasserstoff das Potential der Treibstoff der Zukunft zu werden? Die Herstellung ist einfach und erste Autos verschiedener Fahrzeughersteller befinden sich bereits auf dem Markt.

Die Grundidee sollte aus dem Physikunterricht noch bekannt sein: Wasserstoff und Sauerstoff werden zusammengeführt und sobald ein Funken entzündet wird, knallt es. Grundsätzlich entsteht auch in einer Brennstoffzelle eine Knallgas-Reaktion. Diese ist allerdings so kontrolliert, dass die Energie sich in Strom umwandelt und somit nicht gefährlich. Dieser Strom sorgt dann dafür, dass das Auto angetrieben wird. Ein Wasserstofffahrzeug ist damit quasi ein Elektrofahrzeug mit integriertem Kraftwerk.

Für genauere Erklärung zum Wasserstoffantrieb kann das folgende Erklärvideo angesehen werden.

Liefert Wasserstoff eine mögliche Lösung um die CO₂-Emissionen in den Griff zu bekommen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern?

Christian Bach, Abteilungsleiter Fahrzeugantriebssysteme bei Empa meint dazu: «Ja, Wasserstoff ist ein zentrales Element beim Umstieg auf erneuerbare Energie, weil diese zeitlich und örtlich entkoppelt von Verbrauchern anfällt, was zwangsläufig zu temporären Überschüssen führt. Durch Umwandlung in Wasserstoff können diese aber gespeichert und nutzbar gemacht werden. Wasserstoff kann dann direkt in Wasserstofffahrzeugen oder mit CO2 in Methan umgewandelt und in Gasfahrzeugen genutzt werden.»
Ein Wasserstoff-Tankvorgang mit genormter Tankpistole dauert nur 3-4 Minuten und aus dem Auspuff entweicht nichts als reiner Wasserdampf.

Das hört sich alles gut an. Die Herstellung von Wasserstoff mit Hilfe von Strom aus Wasser ist allerdings sehr energieintensiv. Pro Kilometer verbrauchen Wasserstofffahrzeuge mindestens doppelt so viel Strom als vergleichbare Elektrofahrzeuge. Die grösste Herausforderung für den verbreiteten Einsatz von Brennstoffzellenfahrzeugen stellen die heute sehr hohen Kosten dar, sowohl für Fahrzeuge, als auch für die Infrastruktur (Tankstellen, Bereitstellung von Wasserstoff). Es gibt in der Schweiz aktuell nur zwei Tankgelegenheiten für Wasserstoff (Dübendorf und Hunzenschwil).

Nun haben sich sieben bedeutende Schweizer Unternehmen zur Forcierung des Wasserstoffantriebs zusammengeschlossen und dazu einen Förderverein gegründet. Die Unternehmen und ihre jeweiligen Vertreter sind: Agrola AG (Alexander Streitzig), AVIA Vereinigung (Patrick Staubli), Coop (Jörg Ackermann), Coop Mineraloel AG (Roger Oser), Fenaco Genossenschaft (Daniel Bischof), Migrol AG (Daniel Hofer, auch Präsident der Erdölvereinigung) und der Migros-Genossenschaftsbund (Rainer Deutschmann). Der Förderverein soll den Mitgliedern als Plattform und Anlaufstelle für technische Fragen, Entwicklungen und Beratungen zur Seite stehen. Nach eigenen Angaben verfolgt der Förderverein keine kommerziellen Ziele und steht auch weiteren Mitgliedern offen.

Der Förderverein hat das Ziel, ein flächendeckendes Netz an Wasserstoff-Tankstellen bis 2023 zu errichten. Mit ihren 1’500 Tankstellen haben die Mitglieder des Vereins sicherlich eine gute Grundlage, um dies auch zu erreichen.