Energie Schweiz

Transportunternehmen interessieren sich für den Wasserstoff-Antrieb

Vor knapp einem Jahr wurde der Förderverein H2 Mobilität Schweiz von 7 Schweizer Firmen gegründet, mit dem Ziel, in der Schweiz gemeinsam ein flächendeckendes Netz an Wasserstofftankstellen zu realisieren. In der Zwischenzeit ist der Förderverein auf 11 Mitglieder herangewachsen. Diese bestehen aus Tankstellenbetreibern, Logistikunternehmen und einem Autoimporteur. Ende März kam noch die Galliker Transport & Logistics AG hinzu.
Hyundai Fuel Cell Electric Truck Visualisierung
Doch weshalb entscheiden sich immer mehr grosse Unternehmen dazu, in alternative Antriebe zu investieren? Firmen stehen in der Verantwortung, in Sachen Klimaschutz mit gutem Beispiel voranzugehen. Denn ihre logistischen Tätigkeiten, wie der Transport von Gütern, führen zu einem hohen Emissionsausstoss.

Für Unternehmen wie Galliker Transport & Logistics AG, die einen hohen logistischen Aufwand haben, ist die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie attraktiv. So meint Peter Galliker, Geschäftsführer der Galliker Transport & Logistics AG: «Wir können rasch tanken und erzielen eine ansehnliche Reichweite – notabene bei einem Leistungsvermögen, das mit einem Diesel Lkw vergleichbar ist. Zudem lässt sich der Wasserstoff zu 100 % mit erneuerbaren Energien und auch netzdienlich produzieren, direkt hier, in der Schweiz.»

Trotz dieser Vorteile bestehen derzeit noch erhebliche Hemmungsfaktoren: Die Herstellung von Wasserstoff ist sehr energieintensiv. Aber auch die fehlende Infrastruktur (zurzeit sind gerade einmal zwei Wasserstofftankstellen in der Schweiz in Betrieb) und die hohen Anschaffungspreise eines Wasserstofffahrzeugs sind eine Herausforderung. Der Förderverein sieht darin seine Chance, dies ändern zu können. So kündigte letzten Herbst die H2 Energy AG, ein Partner des Fördervereins, zusammen mit der Hyundai Motor Company an, 1000 schwere Nutzfahrzeuge mit Brennstoffzellen-Antrieb binnen der nächsten 5 Jahre in die Schweiz einzuführen. Da nun die Mitglieder sowohl aus Tankstellenbetreibern als auch Logistikern bestehen, sind für das Projekt optimale Startbedingungen gegeben. Denn es sind bereits Tankstellen vorhanden, die über die Basisinfrastruktur, wie Bodenfläche, Shop und/oder Bezahl-Terminal verfügen, und daher lediglich um die zusätzliche Infrastruktur ergänzt werden müssen. Gleichzeitig verbraucht ein schweres Nutzfahrzeug je nach Auslastung zwischen 30 bis 50-mal mehr Treibstoff als ein Personenwagen. So sollen gemäss H2 Energy AG bereits mit 10 Brennstoffzellen-LKWs pro Wasserstofftankstelle die Investitionen amortisiert werden können.

Für die Herstellung des Wasserstoffes, mit dem die Flotte von 1000 Brennstoffzellen-LKWs dereinst versorgt werden soll, wurden bereits der erste 2 MW-Elektrolyseur von H2-Energy bestellt. Der Gesamtvertrag mit der Firma Nel sieht mehrere Elektrolyseure mit insgesamt einer Leistung von 60-80 MW vor.