Energie Schweiz

Der Verbrenner bleibt bestehen

Fahrzeuge mit alternativen Antriebssystemen sind im Kommen aber der Verbrennungsmotor wird in naher Zukunft nach wie vor die Hauptantriebsquelle der Strassenfahrzeuge bleiben. 

Die Zeiten ändern sich. Neue Antriebssysteme für Fahrzeuge werden zunehmend wichtiger und entscheidend für die Zukunft. Eines darf allerdings nicht vergessen werden – die anhaltende Wichtigkeit des Verbrennungsmotors. In Zeiten von Feinstaub, City-Maut, Dieselskandal und Stickoxid-Debatte sind neue Ideen gefragt.

Motorenentwickler stehen vor der Herausforderung, dass Diesel und Benziner noch sauberer werden müssen. Für diese Aufgaben haben die Entwickler drei «Geheimwaffen» parat.

Hitze 
In der nächsten Generation der Motoren werden die Abgasanlagen noch näher an die Turbolader oder den Motor direkt herangerückt. Das hilft, um bei der Abgasnachbehandlung die Reste besser zu verbrennen. Wenn der Motor allerdings noch kalt ist, oder die Temperatur unter die Nullgrad-Grenze sinkt, muss zusätzlich nachgeholfen werden.

48 Volt
Mit einem vierfach stärkeren Netz und Kraft aus einem Riemen-Starter-Generator kann der Heizkatalysator auch dann schon wirken, wenn aus dem Motor nicht genug Wärme kommt, um sauber zu verbrennen. Die Experten sind überzeugt, dass dieser Schritt zur Super-Batterie gerade beim Diesel bald Standard wird.

Doppelter SCR-Kat
Der Stickoxid-Killer für den Diesel ist schon jetzt der Königsweg, um die Selbstzünder fit für die Zukunft zu machen. Problem dabei: Steht der Motor unter Höchstlast, kommt der SCR-Kat an seine Grenzen. Dann soll künftig ein zweiter Kat im Unterboden die Emissionen filtern. Auch Grenzwerte künftiger Normen jenseits von Euro 7 oder 8 liessen sich so laut den Experten unterbieten.

Nebst diesen drei «Geheimwaffen» gibt es aber auch weitere Massnahmen, die für künftige Verbesserung sorgen sollen.
Beim Benziner gibt es variable Verdichtungen, dass die Abgase noch rückstandsfreier verbrennen – und nebenbei der Lauf komfortabler und spritziger wird. Dazu kommt die Hochdruckeinspritzung oder Selbstzündung. Nicht zu vergessen ist die Verwendung von Erdgas statt Benzin, die schon einen grossen Vorteil beim CO2-Ausstoss bringt. Gerade Volkswagen gibt hier mächtig Gas – mit einem brandneuen 1,5-Liter-CNG-Motor.

Auch Wien stand unter Strom
Die erwähnten Punkte wurden vor rund 2 Monaten auch am 39. Internationalen Wiener Motorensymposium diskutiert. Anders als in vergangenen Jahren ist die Zukunft der Motorentechnik vor allem eins: höchst ungewiss. Darum war in Wien auch überall Neues wie Batterietechnik und Wasserstoff-Antriebe zu sehen. «Wir müssen 15 unterschiedliche Normen allein in China, Europa und Nordamerika umsetzen – und bis 2021 alle Emissionen aller Fahrzeuge neu berechnen. Das gab es noch nie», sagte etwa Kurt Blumenröder, Aggregate-Chef bei VW. Motorenentwickler müssen darum auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen, um die Flottenverbräuche der Zukunft sicher zu erreichen. Von saubereren Verbrennern, über Hybrid-Motoren mit Elektrounterstützung bis zu Plug-In-Hybriden, die lokal auch mal 60 Kilometer schadstofffrei unterwegs sein können und rein elektrischen Fahrzeugen.

Das Fazit: «Die Motorenzukunft wird zwar unübersichtlicher und komplexer, aber dafür reiner und gesünder», sind die Organisatoren des Symposiums überzeugt.