Energie Schweiz

Der neue Toyota Corolla

Der Bestseller ist zurück

Er war lange Zeit das meistverkaufte Auto der Welt – nur in Europa hat der Toyota Corolla zwei Generationen Pause gemacht. Doch jetzt ist die zwölfte Generation des Corolla zurück – mit neuem Design und zwei Hybridsystemen

Mit über 45 Millionen Fahrzeugen zählt der Toyota Corolla bis heute zu den weltweit meistverkauften Autos. Trotzdem schien den Japanern die Modellbezeichnung im Jahr 2007 nicht mehr «sexy» genug. Zumindest in Europa verschwand die seit 1966 so erfolgreiche Modellbezeichnung Corolla vom Markt und wurde durch den Auris ersetzt. Ein Fehlentscheid, der für viel Unverständnis sorgte und nicht ohne Auswirkungen blieb, wie ein Blick in die Verkaufsstatistik zeigt: Die Verkaufszahlen des als Golf-Konkurrenten lancierten Auris blieben deutlich hinter denen des VWs zurück.

Doch das Kapitel Auris wird in der europäischen Toyota-Historie wohl schon bald in Vergessenheit geraten. Denn was Toyota nun mit dem neuen Modell unter alter Bezeichnung auf den Markt bringt, erfüllt alle Voraussetzungen, die über 50 Jahre dauernde Corolla-Geschichte erfolgreich weiterzuschreiben. Am augenfälligsten wird das beim Blick auf das gefällige Design. Die beiden in der Schweiz erhältlichen Modellvarianten Schrägheck (Hatchback) und Kombi (Touring Sports) wurden mit Blick auf den europäischen Markt entwickelt. Sie befolgen das von Toyota-Boss, Aika Toyoda, postulierte Firmencredo «no more boring cars» zur Gänze. Eine dynamische Front, scharf gezeichnete Seitenlinien und ein bei beiden Modellvarianten gelungenes Heck werden mit den charakteristisch gestalteten Front- und Heckleuchten noch akzentuiert. Der Corolla 2019 lässt das nüchterne Design der Auris-Modelle rasch vergessen.

Seinen grössten Trumpf spielt der neue Kompaktwagen aber bei der Motorisierung aus. Hier profitiert der Corolla von der jahrelangen Erfahrung bei Toyota in Sachen Hybridantrieb. Mit den jüngsten Prius- und C-HR-Modellen teilt er sich zum einen die Karosserie-Plattform, zum anderen profitiert er von der Auswahl an bewährten Vollhybridsystemen aus dem Konzernregal. Nebst der Basisversion mit einem 1,2-Liter-Turbobenziner mit 116 PS stehen den Kunden gleich zwei Hybridantriebs­systeme zur Verfügung – für die Vernunft mit 122 PS, für das Vergnügen mit 180 PS.

Bei den Probefahrten überzeugte das stärkere Modell mit grösserer Laufruhe und mehr Reserven bei der Beschleunigung. Für den im Vergleich zum Kombi um knapp 30 Zentimeter kürzeren Hatchback reicht der 1,8-Liter-Hybridantrieb mit 122 PS aber durchaus. Er legt den Paradesprint von 0 auf 100 km/h zwar um drei Sekunden langsamer zurück, bleibt aber beim Normverbrauch mit nur gerade 3,3 Liter auch einen halben Liter genügsamer und dies bei ausschliesslich 76g COpro Kilometer.

Insgesamt überzeugt der neue Corolla im Gesamtpaket. Nebst den sparsamen Hybridantrieben – die allesamt die Ansprüche der Energieeffizienzkategorie A erfüllen – und nebst dem frechen Design punktet er mit gutem Komfort auf allen fünf Plätzen, mit einem modern gestalteten Interieur und einer umfangreichen Grundausstattung mit Sicherheitssystemen wie der Müdigkeits- oder Verkehrsschilderkennung. Die Fahrt im übersichtlichen Corolla macht sowohl in der Stadt als auch auf dem Land Spass. Und ob man es glauben mag oder nicht: Zu wissen, dass man in einem namhaften Modell mit einer bis 1966 zurückreichenden Historie fährt, trägt in der heute so schnelllebigen Zeit zum guten Corolla-Gefühl bei.