Energie Schweiz

Vernunft in der Automobilität

Was meinen Passantinnen und Passanten in Zürich dazu?

Letzte Woche waren wir wieder in Zürich unterwegs, um Meinungen aus der Bevölkerung einzuholen. Diesmal wollten wir wissen, was für sie Vernunft in der Automobilität bedeutet, und ob das eigene Verhalten sich daran richtet. Und ist dieses vernünftige Verhalten in der heutigen Zeit sogar prestigeträchtig?

Vanessa, 28

«Vernunft verbinde ich in der Automobilität mit Sicherheit. Oder auch damit, dass möglichst wenig Abgase produziert werden. Mit der Elektromobilität habe ich mich aber noch nicht genauer auseinandergesetzt. Ich selbst fahre mit dem ÖV, weil ich gar kein Auto besitze. Meiner Meinung nach sind aber Autos mit möglichst starken Motoren und viel Leistung immer noch beliebter als jene, die Energie sparen.»

Tom, 53

«Für mich bedeutet Vernunft in der Automobilität, dass das Auto nur eingesetzt wird, wenn es nötig ist – kein Cruising, kein Showing. Vernunft bringe ich mit der Energieeffizienz in Verbindung. Vielfach sind Autofahrten gar nicht nötig, wir haben ja schliesslich eines der besten ÖV-Netze der Welt. Ich besitze selbst kein Auto, sondern fahre Velo und ÖV. Dass Vernunft mit Prestige zusammenhängt, ist gut möglich. Schliesslich ist es im Trend, möglichst umweltbewusst zu denken.»

Walter, 64

«In der Automobilität bedeutet Vernunft für mich, so wenig wie möglich ins Auto zu sitzen. Es lohnt sich nur, ein Auto zu besitzen, wenn man es regelmässig fährt. Sonst reicht Car Sharing aus, das könnte man sicher noch mehr machen. Ironischerweise habe ich selbst ein Auto, das ich eigentlich gar nicht brauche. Darum werde ich es demnächst verkaufen. Ich denke aber dennoch, dass ich ein vernünftiger Fahrer bin. Ich habe nicht vor, mir wieder ein Auto anzuschaffen. Und wenn doch, dann sicher kein Grosses. Es wäre erfreulich, wenn Vernunft einen Prestigestatus innehätte. Beim Autofahren sehe ich das aber gar nicht. Die Grösse vom Wagen zählt hier wohl mehr.»

Moritz, 23

«Für mich bedeutet Vernunft in der Automobilität, dass man nicht unnötig ein zu grosses Auto kauft, es bedacht einsetzt – also nur dann, wenn sich die Strecke lohnt – und möglichst nicht allein darin herumfährt. Ich selbst besitze ein Auto und denke, dass ich einen vernünftigen Umgang damit pflege. Wir teilen uns in der Familie zu sechst einen Kleinwagen und fahren ihn selten bzw. nur dann, wenn es Sinn macht. Wenn ich mich in meinem Umfeld umhöre, habe ich den Eindruck, dass vor allem grosse Autos Prestige haben. Die meisten wollen einen SUV. Viel Leistung ist nach wie vor in der Mode. Ob es vernünftig ist, ohne Begleitung in einem solchen Wagen herumzufahren, ist fraglich.»

Katharina, 68

«Ich selbst fahre nicht viel Auto, aber es gehört einfach zum Leben. Es würde mich freuen, wenn es Autos ohne CO2 Ausstoss gäbe. Mit den gegebenen Mitteln bedeutet Vernunft in der Automobilität für mich, dass ein Fahrzeug sinnvoll eingesetzt wird und nur dann, wenn es nötig ist – beispielsweise mit kleinen Kindern oder auf dem Land. Es fahren heute immer noch sehr viele Leute herum, ohne zu wissen, wo sie hinwollen. Ich bin ohne Auto aufgewachsen. Einfach ein «Ausfährtli» konnte man damals noch nicht machen, weil nur wenige überhaupt ein Fahrzeug besassen. Von den neuen elektrischen Autos habe ich schon gehört, aber dieses Thema ist mir etwas suspekt. Auch Elektrizität muss irgendwo hergestellt werden. Meiner Meinung nach ist das nicht so umweltfreundlich wie immer gesagt wird. E-Autos haben aber bestimmt einen Prestigestatus, weil die Besitzer denken, sie wären dann "gut".»

Andrea, 21 und Laura, 20

«Vernunft in der Automobilität bedeutet, dass das Auto für kurze Strecken stehengelassen wird, dafür gibt es die Füsse oder das Velo. Wer ein manuell geschaltetes Auto hat, sollte auch darauf achten, möglichst früh hochzuschalten, um die Drehzahlen im Rahmen zu halten. Wir haben beide kein eigenes Auto, gehen aber davon aus, vernünftige Fahrer zu sein. Wir würden uns nur ein Auto anschaffen, wenn wir es auch wirklich brauchen und beim Kauf auf die Verbrauchszahlen achten. Je nachdem käme sogar in Frage, das Auto mit jemandem zu teilen. Prestige wird in der Automobilität noch immer mit grossen Wägen mit viel PS verbunden. Zwar sind auch Teslas cool, aber eher, weil sich das nicht jeder leisten kann und nicht wegen dem Umweltaspekt. Ökologisch fahren sehen wir nicht als Trend, das wird eher aus persönlichen Gründen gemacht.»