Energie Schweiz

Wie steht es um die Sicherheit alternativer Antriebe?

Die Euro NCAP-Tests zeigen: Wasserstoff-, Erdgas- oder Elektrofahrzeuge sind beim Crash genauso sicher, wie Autos mit Diesel- oder Benzinmotoren.
Mitte Oktober testete das europäische Fahrsicherheitsprogramm Euro NCAP mit dem neuen Hyundai Nexo erstmals ein Auto, das mit Brennstoffzellen-Technologie fährt – und der Koreaner hat die Prüfung mit Bravour gemeistert: Bestnote mit fünf Sternen.



Im Detail: Beim Insassenschutz erreichte der Nexo 94 Prozent, im Fall von Kindern liegt das Urteil bei 87 Prozent. Auch der Schutz von Fussgängern ist durch eine aktive Motorhaube (sie klappt dem Fussgänger leicht entgegen, um den Aufprall abzumildern) mit 67 Prozent gut bewertet. Bei den Sicherheitsassistenten (beispielsweise Kollisionswarner, automatische Notbremsung, Spurhalteassistent) bekommt der Nexo eine Wertung von 80 Prozent.




Mit dem Resultat des Crashtests dürften sich diese Ängste und Vorurteile gegenüber Wasserstofffahrzeugen zwar relativieren, aber auch die seit Jahrzehnten auf dem Markt angebotenen Erdgasautos leiden noch immer unter diesen Ängsten und kommen trotz der offensichtlichen Vorteile kaum vom Fleck.

Dabei liegen die Vorteile auf der Hand. Es besteht ein gut ausgebautes Tankstellennetz – derzeit sind gegen 150 Gastankstellen in Betrieb. Die Betankung mit Gas ist unkompliziert und sicher. Der Anschluss für das Druckventil, wo das Gas eingefüllt wird, befindet sich neben dem Benzin-Einfüllstutzen hinter der Tankklappe. Ein Auto, das mit Erdgas/Biogas und Benzin angetrieben wird, hat eine Reichweite von 600 bis zu beeindruckenden 1400 Kilometern.

Dabei sind die zusätzlichen Treibstofftanks mit verschiedenen Sicherheitselementen gegen Überdruck und gegen Feuer geschützt. Bei solchen Ereignissen wird das Erdgas kontrolliert abgelassen. Bei einem Crash ist der Tank, der aus Stahl gefertigt ist, das stabilste Element des Fahrzeugs. Ein NCAP-Crashtest des TCS und des ADAC am Beispiel eines Opel Zafira hat laut Erdgas Schweiz gezeigt, dass erdgasbetriebene Fahrzeuge sehr sicher sind.

«Insbesondere die Tanks gehören zu den sichersten Komponenten am Fahrzeug und unterliegen einer speziellen Typenprüfung für den Strasseneinsatz», schreiben die Experten.  So sollen die Tanks in einem Erdgasfahrzeug ein Mehrfaches des vorgeschriebenen Betriebsdruckes von 200 bar aushalten. Zudem ist es in der Schweiz vorgeschrieben, dass in einem Fahrzeug die gesamte Erdgasanlage alle zwei Jahre durch eine zertifizierte Fachperson überprüft werden muss. Dies wird in einem obligatorischen Wartungsdokument im Fahrzeug dokumentiert.  

Der dritte Kandidat in den Reihen der alternativen Antriebsarten ist das Elektrofahrzeug: Auch hier zeigen Testresultate vom Euro NCAP, dass die Sicherheit vollumgänglich gewährleistet ist, wie am Beispiel vom Nissan Leaf, der beim Insassenschutz mit 93% resp. 86% ähnlich gut wie der Hyundai Nexo abschliesst. Auch beim Schutz vor Fussgängern und bei der Sicherheitsunterstützung erzielt der Nissan Leaf gute Resultate.

Die Sensibilisierung der Bevölkerung mit diesen alternativen Antriebsarten muss noch weiter vorangetrieben und gleichzeitig die Technologie weiterentwickelt werden. In wenigen Jahren wird man auf den Schweizer Strassen mehr dieser Antriebsarten antreffen und so wird das Selbstverständnis dieser wachsen. Den Trend der wachsenden Nachfrage kann man daran sehen, dass bereits im ersten Halbjahr 2018 6.3 Prozent der Fahrzeuge mit einem solchen Antriebssystem ausgestatten waren, währendem es im selben Vorjahreszeitraum nur gerade deren 4.9 Prozent waren.