Energie Schweiz

Treffpunkt Science City ETH Zürich

Der Erlebnissonntag vom 18. November 2018 an der ETH Zürich, unter dem Motto «Total mobil» gewährte sowohl Klein als Gross spannende Einblicke in eine mögliche Mobilität der Zukunft – ein Thema, das unsere immer komplexer werdende Gesellschaft vor grosse Herausforderungen stellt. Den Besucherinnen und Besuchern wurden verschiedene Möglichkeiten geboten, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Sei es in Präsentationen zu neuen Entwicklungen, wie beispielsweise einem Wasserstoffvelo oder einem Elektromotorrad, in den Gängen der ETH oder in interessanten Vorlesungen zu den verschiedenen Aspekten rund ums Thema.

Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit

Die wohl grösste Herausforderung, die künftig in der Mobilität gemeistert werden muss, ist die Frage der Nachhaltigkeit. Der Verkehr verursacht heute rund 32 Prozent der CO2-Emissionen in der Schweiz (ohne internationalen Flugverkehr). Diesem Thema wurde in der Vorlesung «Mobilität ohne CO2-Ausstoss» auf den Grund gegangen. Dabei wurden die verschiedenen Teilaspekte in Zusammenhang gestellt und ein guter Überblick zur Thematik und deren Entwicklung geboten. Dabei wurde auch erläutert, dass von 1994 bis 2005 die durchschnittliche Zeitdauer von 1.5 Stunden, in der die Menschen pro Tag unterwegs waren, konstant blieb. Die zurückgelegten Distanzen vergrösserten sich aber im gleichen Zeitrahmen kontinuierlich und stehen im direkten Zusammenhang mit dem Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum, was wiederum für höhere CO2-Emissionen verantwortlich sei.

Gil Georges, ETH-Forscher im Bereich Energiesysteme, ging in seinem Vortrag auf drei Problemlösungsstrategien ein, anhand welcher man die Nachhaltigkeit fördern kann. Quintessenz des ersten Ansatzes ist: Die ganzen Infrastrukturen und Verkehrsmöglichkeiten, die uns schon heute zur Verfügung stehen, müssten besser genutzt werden. So z.B. mittels Angeboten im Bereich des Car-Sharing. Der zweite Ansatz verfolgt Technologien, die energieeffizienter seien als die Aktuellen. Dabei bezog sich Gil Georges vor allem auf die Elektromobilität, die ein grosses Potenzial biete. Beim dritten Ansatz werde versucht, mit Hilfe erneuerbaren Energien, die fossilen Treibstoffe aus dem Kreislauf zu eliminieren. Mit diesen Ansätzen sei es möglich, die Mobilität der Zukunft nachhaltiger zu gestalten. Auch wenn alternative Antriebe in der Automobilbranche fossile Energieträger ersetzen werden, sei es wichtig, dass der Strom aus erneuerbaren Quellen wie z.B. Sonnenenergie stamme. Auch wenn in der Theorie alles sehr plausibel und logisch erscheinen mag, ist es in der Praxis, ein komplexeres Unterfangen.

Bei der Veranstaltung der ETH kam zudem klar zum Ausdruck , dass die Umgestaltung des Mobilitätssystems Zeit benötigt. Zudem ist es schwierig, vorherzusagen wie das Mobilitätssystem der Zukunft genau aussehen wird und wie schnell sich die neuen Technologien durchsetzen werden. Und auch neue Entwicklungen werden das zukünftige System prägen.