Energie Schweiz

Schweizer Automarkt setzt auf Strom

Nach zehn von zwölf Monaten sind in der Schweiz 2018 knapp 17'000 Fahrzeuge mit Alternativ-Antrieb verkauft worden – der Marktanteil steigt auf 6,8 Prozent.

Studien und Statistiken haben ein gemeinsames Problem: Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters – denn zu jeder Studie oder Statistik liefern Befürworter oder Gegner jede Menge Gegenargumente. Natürlich auch beim Betrachten der Automobil-Märkte. Tatsache ist – belegt durch Zahlen: Der Anteil der immatrikulierten Automobile mit Alternativ-Antrieb steigt in der Schweiz stetig an. Lag der Marktanteil Ende 2017 noch bei 5 Prozent, so stand er Ende Oktober bei 6,8 Prozent.

Die 16'973 immatrikulierten Fahrzeuge mit alternativem Antrieb in der Schweiz teilen sich wie folgt auf:

1. Hybrid Benzin                                               11541
2. Elektrisch                                                       3888
3. CNG (Gas)                                                      765
4. Hybrid Diesel                                                 512
5. Elektrisch Range Extender                          234
6. Elektrisch Wasserstoff                                 25

Das heisst: Rund 16'200 in diesem Jahr in der Schweiz neu immatrikulierte Fahrzeuge sind elektrisch oder teilelektrisch unterwegs. Weil in den Schweizer Statistiken nicht zwischen Hybrid und Plug-in-Hybrid unterschieden wird, können diese Zahlen nicht direkt mit anderen Märkten verglichen werden. Eines ist aber trotzdem sicher: Die Schweiz steht mit einem «elektrifizierten Marktanteil» von 6,5 Prozent alles andere als schlecht da!

Zwar sind laut einer Analyse des Center of Automotive Management (CAM) der Fachhochschule Bergisch Gladbach von Januar bis September 2018 in China 718’000 reine E-Mobile und Plug-in-Hybride verkauft worden – das sind 80 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor –, doch der Marktanteil der Stromer beträgt trotzdem erst 3,5 Prozent. Die USA stellen mit 228’226 Fahrzeugen in den ersten neun Monaten den zweitgrössten Absatzmarkt (Marktanteil 1,8 Prozent), dort sind die Verkäufe um 62 Prozent gestiegen.

Nur mit Norwegen, das seit einigen Jahren auch aufgrund staatlicher Förderung eine Vorreiterrolle übernommen hat, kann die Schweiz nicht mithalten: Dort fährt nach drei Quartalen mit 46,7 Prozent fast die Hälfte der Neuzulassungen unter Strom, im Vorjahr waren es erst 37 Prozent.

Ernüchternd fällt der Blick auf die Statistiken im übrigen Europa aus: In Deutschland hat sich der Absatz bis Ende September um 36 Prozent auf 50’141 E-Autos und Plug-in-Hybride gesteigert, laut CAM ein unterdurchschnittliches Wachstum. Der Marktanteil stieg so von 1,4 auf 1,9 Prozent. Frankreich erreicht den gleichen Marktanteil, Grossbritannien liegt immerhin bei 2,3 Prozent, und in den Niederlanden wuchsen die Zulassungszahlen auf 4,2 Prozent Marktanteil.