Energie Schweiz

Pininfarina - auf in die Zukunft

Wenn man Pininfarina liest, dann kommen einem Automobilikonen wie der Lancia Aurelia B24 Spider oder der Ferrari Enzo in den Sinn. Nebst diesen sportlicheren Modellen gehören aber auch Alltagswagen zur Palette des italienischen Designstudios. Die Peugeot-Modelle 403 und 406 oder der Ford Fokus CC sind hierfür namhafte Beispiele. Nebst der glorreichen Vergangenheit als Karosseriehersteller für Personenwagen lieferte Pininfarina auch das Design für die Elektrolok RE 460 der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und des Cobra-Trams der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ). Doch was bringt die Zukunft?
Neue Zeiten sind angebrochen

Die Zeiten sind vorbei, wo unabhängige Designstudios die Autoindustrie mit ihren Ideen belieferten. So bleibt von den grossen Karosserieherstellern nur noch Pininfarina erhalten, der heute im Besitz des indischen Konzerns Mahindra & Mahindra ist. Auch wenn Pininfarina nicht mehr unabhängig ist, sieht sich die Firma gestärkt in ihrer Rolle. Die Verbundenheit zur Gründerfamilie Pininfarina bleibt durch das Präsidium von Paolo Pininfarina erhalten. Und so geht die Geschichte von Pininfarina weiter.
So entschied das Unternehmen wieder Autos herzustellen. 2015 kam es unter Mahindra & Mahindra zur Gründung des neuen Unternehmens Automobili Pininfarina S.p.a. Der Hauptsitz befindet sich nicht, wie von vielen erwartet, in Turin sondern in der Autostadt München. Erstmals im April 2018, während des Formel-E-Rennens in Rom, trat man an die Öffentlichkeit. An der Spitze des neugegründeten Unternehmens steht Michael Perschke, der früher bei Audi tätig war. Christian Jung ist Technikdirektor und ehemaliger Verantwortlicher für das Mission-E-Projekt bei Porsche. Peter Tutzer ist technischer Berater und war für die Entwicklung des Bugatti Veyron zuständig.

Zusammenarbeit 

Aus Turin soll das Design für eine künftige Modellpalette stammen. Vier verschiedene Fahrzeugtypen sollen entstehen. Als erstes soll der Supersportwagen PF0 vom Band rollen, der bereits Ende 2020 zum ersten Mal ausgeliefert werden soll. Dem heutigen Zeitgeist entsprechend wird der PF0 als E-Fahrzeug konzipiert sein. So soll er mit einer Beschleunigung von 0-100 km/h unter 2 Sekunden, und einer Höchstgeschwindigkeit von 400 km/h ausgestattet sein. Dazu soll das Fahrzeug eine Leistung von 1900 PS und einem Drehmoment von 2300 Nm auf die Strasse bringen. Die elektrische Reichweite soll bei rund 500 km liegen. Dass der PF0 wenig am Hut haben wird mit den einstigen Peugeot Modellen ist wohl klar. Pininfarina plant ab 2021 ein weiteres E-Auto zu lancieren, jedoch in Form eines SUV.

E-Sport 

Der Konzern Mahindra & Mahindra, der Pininfarina übernommen hat, ist auch kein Neuling in der Elektrobranche. Er gehört zu den acht Gründerteams der Formel E. Der bekannteste Mahindra-Fahrer ist der Wahlschweizer Nick Heidfeld, der gleichzeitig auch als Testfahrer bei Pininfarina Automobili unter Vertrag steht.