Energie Schweiz

Peugeot e-208

Lautlos und überzeugend

Der 205 holte Peugeot in den 1980er-Jahren aus der Krise, die sportliche GTI-Version errang Kultstatus. An diese Erfolgsgeschichte wollen die Franzosen mit dem neuen 208 anknüpfen – auch unter Strom

Als Antwort auf den so erfolgreichen VW Golf und die konkurrenzfähigeren japanischen Kleinwagen, lancierte Peugeot im Jahr 1983 den neuen 205 – mit Erfolg. Vor allem der 205 GTI sorgte mit seinen 104 PS, bei einem Fahrzeuggewicht von nur 850 Kilogramm, für Furore und liess selbst Golf GTI im Spurt von Null auf 100 Stundenkilometer hinter sich – die Basis für den Mythos Peugeot 205 war gelegt.

Vom Status als sportlicher Kleinwagen mit Rebellen-Image zehrte Peugeot lange. Seit 1983 wurde der 205 und seine ebenso handlichen Nachfolgemodelle 206, 207 und 208 bis heute rund 22 Millionen Mal verkauft. Auch in der Schweiz waren die 208-Modelle 2018 mit über 1360 Neuzulassungen die Bestseller der Franzosen, selbst wenn das Interesse an Kleinwagen allgemein schwindet und die SUV-Sparte boomt.

Trotzdem ist man bei Peugeot vom Potenzial des Kleinwagens überzeugt. «Der 208 ist für Peugeot ein wichtiges und zudem ein ikonisches Fahrzeug», bestätigt Produktmanager Nicolas Bonnardon. «Deshalb setzen wir alles daran, dass auch die komplett neue Version ein Erfolg wird.»

Auch dem Anspruch des gefälligen Designs kommt der vier Meter lange 208 nach. Die Silhouette des nur noch als Viertürer erhältlichen Franzosen wirkt sportlich. Unterstrichen wird die Dynamik durch markante, vom Peugeot 508 übernommene Frontleuchten. Im Interieur bietet Peugeot erstmals die neuste Generation des i-Cockpits mit 3D-Effekt an. Der Effekt der in zwei Ebenen angeordneten Digitalanzeige: Wichtige Hinweise wie die Geschwindigkeit werden in der näher zum Betrachter liegenden Ebene angezeigt und sollen die Reaktionsfähigkeit im Notfall um eine halbe Sekunde verkürzen. Das bereits von den Vorgängern bekannte, tiefsitzende Sportlenkrad wurde vom Vorgänger übernommen, und über den bis zu 10 Zoll grossen Touchscreen im Zentraldisplay hält das Digitalzeitalter auch im 208 Einzug.

Und wie fährt sich der Stromer des neuen 208? Der e-208 hinterlässt auf den ersten Probefahrten einen ausgereiften Eindruck. Zumal das Elektromodell innen genau so viel Platz und die gleiche Ausstattung bietet, wie die Modelle mit Verbrennungsmotoren. Als fast lautloser Antrieb leitet ein 100 Kilowatt (136 PS) starker Elektromotor bis zu 260 Newtonmeter Drehmoment auf die Vorderräder. Wählt man von den drei Fahrmodi Eco, Normal und Sport Letzteren, beschleunigt der e-208 in 8,1 Sekunden auf Tempo 100. Das funktioniert einwandfrei und macht den kleinen Stromer durchaus auch zum Spassmobil.

Viel mehr Spass macht es aber, wenn man den Peugeot nach dem batterie-ökologischen Aspekt fährt. Da lässt sich nämlich – wie in den meisten Elektrofahrzeugen – die ganze Raffinesse der Elektromobilität erkennen. Stellt man das Bremsverhalten mittels Wählhebel auf den verstärkten Modus, kontrolliert man Be- und Entschleunigung nur noch per Fahrpedal. So erreicht man die angegebene Maximalreichweite des e-208 von 340 Kilometern (nach WLTP) spielend und hat während der Fahrt erst noch das Gefühl, schon heute die emissionsfreie Mobilität der Zukunft zu geniessen.

Übrigens: In Serie gebaute Fahrzeuge mit Elektroantrieb gab es in der Geschichte von Peugeot bereits zwei. Von 1995 bis 2003 rollten rund 10’000 auf Knopfdruck bis 80 Kilometer emissonsfrei fahrende Peugeot 106 vom Band, und in Kooperation mit Mitsubishi gab es bis 2012 den mittlerweile eingestellten Elektro-Peugeot iOn.