Energie Schweiz

Opel Corsa-e

So macht der Opel Corsa-e die City zur Elektropolis

Die Stadt steht unter Strom. Denn nachdem zuletzt vor allem die Premiumhersteller im Rennen mit Tesla ihre Langstrecken-Stromer auf den Weg gebracht haben, erobert der Elektroantrieb in der zweiten Welle jetzt so langsam die City und bezahlbare Kleinwagen mit vernünftigen Reichweiten sollen die urbane Lebensqualität verbessern.

Darauf hoffen sie auch bei Opel und schicken deshalb den elektrischen Corsa ins Rennen.
Und er macht seine Sache gut: Eine E-Maschine mit 100 kW und 260 Nm machen ihn zusammen mit einer präzisen Lenkung, einem nochmal deutlich niedrigeren Schwerpunkt und einem straffen aber komfortablen Fahrwerk zum Go-Kart im Grossstadtdschungel, der den Weg zum Ziel der Freude macht. Selbst an der roten Ampel: Schliesslich werden die auch irgendwann wieder Grün und geben einem so die Chance für einen kleinen Zwischenspurt. Und wenn man in 2,8 Sekunden von 0 auf 50 km/h sprintet, hellt das die Stimmung ungemein auf. Auch die 8,1 Sekunden bis Tempo 100 gehen in Ordnung und auf der Stadtumfahrung oder der Landstrasse hält der Corsa-e so tapfer mit. Nur auf der Autobahn lässt der Elan merklich nach.

Und wer mit der Energie geizt, der hat da ohnehin längst aus dem Sport- in den Normal- oder gar Eco-Modus geschaltet. Dann sinkt zwar die Leistung und mit ihr der Fahrspass, und es werden sogar ein paar Komfortverbraucher wie die Heizung zurückgefahren. Doch dafür spart der Corsa Strom und kommt so entsprechend weiter. Den Erfolg dieser Massnahmen verfolgt man live auf dem Energie-Diagramm im grossen Touchscreen neben dem Cockpit oder man schielt auf den Reichweiten-Rechner, den Opel in den nun komplett digitalen Instrumenten integriert hat.

Doch egal wie oft man zwischen den einzelnen Fahrmodi wechselt, kann der Corsa-e eines nicht bieten: Das für viele E-Autos mittlerweile übliche One-Pedal-Feeling. Denn auch mit maximaler Rekuperationsleistung und leerem Akku ist die Energierückgewinnung so schwach, dass man zum Bremsen das Pedal wechseln und mechanisch verzögern muss.

Der Corsa-e begnügt sich mit einem vergleichsweise kleinen Akku. Der hat eine Kapazität von 50 kWh, ermöglicht eine Normreichweite von 337 WLTP-Kilometern und garantiert auch im Alltag solide 200 Kilometer. Wenn danach geladen wird, zieht der Opel den Strom im Serienmodell über einen einphasigen 7,4 kW-Lader, nur gegen Aufpreis wird über drei Phasen mit 11 kW geladen. Das hilft, wenn man knapp ist mit der Zeit, denn so zieht sich der Corsa an einer 100 kW-Säule die ersten 80 Prozent in einer halben Stunde.

Damit dabei niemand den Anschluss verliert, legen die Rüsselsheimer optional einen Koffer mit allen Kabeln und Steckern ins Auto, die man auf der Electric Avenue so brauchen kann. Dumm nur, dass dann der ohnehin schon um 40 auf 267 Liter geschrumpfte Stauraum dann noch einmal etwas knapper.

In Rüsselsheim sind sie davon überzeigt, dass viele Kunden mittlerweile dazu bereit sind und laden die Marke mit dem Blitz entsprechend auf: So steht der Corsa an der Spitze einer elektrischen oder elektrifizierten Flotte, die Opel in den nächsten Jahren ausrollen will. Und wer glaubt, das seien nur Lippenbekenntnisse, den schickt Opel zum Beweis nach Kaiserslautern – denn um die erhoffte Nachfrage zu decken, bauen sie dort gerade ihre erste eigene Batteriefabrik auf.