Energie Schweiz

Der neue BMW 7er Hybrid - Sparsamer Luxusliner

Die Kombination aus brummigem Vierzylinder und flüsterleisem E-Motor hat in der Luxusklasse bislang kaum überzeugt. Darum hat BMW zur Produktaufwertung des 7ers die E-Maschine mit einem Sechszylinder kombiniert.
Neuer BMW 7
Im neuen 745e teilen sich der Drei-Liter-Reihensechszylinder mit 286 PS und ein 113 PS starker Elektromotor die Arbeit. In der Summe stehen damit 394 PS und 600Newtonmeter (Nm) Drehmoment zur Verfügung. Mit 2,1 Liter auf 100 Kilometer und 14,5 kWh liegt der Verbrauch im tiefen Bereich. Sobald der 12-kWh-Akku nach etwa 55 emissionsfreien Kilometern leer gefahren ist, übernimmt der Turbomotor. Der kann zwar die Rekuperationsleistung von bis zu 20 kW auf Knopfdruck durch gezieltes Nachladen unterstützen, muss sich aber mit einem 46- Liter-Tank bescheiden.

Doch weil das Fahren mit einem Plug-in-Hybriden eine bestimmte Geisteshaltung voraussetzt – defensiv statt gehetzt, umweltbewusst statt aggressiv, auf Segeln und Reichweite gepolt statt auf frühes Beschleunigen und spätes Bremsen –, ist das halb so schlimm. Das hybrid-spezifische Start-Stopp-System kommt schon früh zur Sache, die vorausschauend aktivierte Segelfunktion verwandelt die 2110 Kilo schwere Limousine bei jeder passenden Gelegenheit in einen souveränen Gleiter, die Nebenaggregate werden nur bei Bedarf zugeschaltet, die aktive Luftklappensteuerung sorgt für konstantes thermisches Wohlbefinden, die Reifen wurden auf reduzierten Rollwiderstand getrimmt.

Im reinelektrischen Betrieb beschleunigt der 745e fast ansatzlos und geräuscharm. Wenn der 7er nach einer Fahrt durch die Stadt mit Stop-and-go-Verkehr die Batterie gänzlich aufgebraucht hat, dauert das Aufladen des Plug-In Hybrids (PHEV) rund 4,4 Stunden. Für Autofahrer, die auf ihrer Fahrt wenig rekuperieren können, ist dies nicht ideal. Doch die gute Nachricht ist die rundum perfekte Integration der Systeme – nur dass das Segeln auf den Eco-Pro-Modus beschränkt ist, will nicht so recht einleuchten. Das Zuschalten und Ausblenden der E-Maschine erfolgt dagegen nahtlos und damit unmerklich. Gleichzeitig arbeitet der Sechszylinder um eine Klasse leiser und vibrationsärmer als das zuvor verbaute Zwei-Liter-Aggregat. Auch vor den Fahrleistungen darf man dank den 394 PS Systemleistung den Hut ziehen.

Zumindest polarisierend ist der optische Auftritt des Flaggschiffs aus München: Als vor einigen Wochen erste Bilder der Front des neuen BMW 7ers auftauchten, gingen die Wogen unter den Freunden der Marke hoch. «Die Welt» nannte die überarbeitete Luxuslimousine «Grill-Gigant», ein BMW-Fan bezeichnete den Wagen auf Twitter als «Walhai», und meinte das nicht freundlich. Die charakteristische Niere, seit Jahrzehnten Markenzeichen jedes BMW, wurde bei der Überarbeitung des Siebners um 40 Prozent vergrössert.

Vergrössern will BMW auch seine Kundschaft in der Schweiz. Denn die Schweiz ist für die Luxuslimousine made in Bayern ein Nischenmarkt. 344 neue 7er wurden gemäss Statistik von Auto Schweiz im Jahr 2018 zugelassen. Darum wird den Premium-Kunden in Zukunft auch in der Schweiz mehr geboten: Steht ein Service an, werden Autos der Modellreihen 7, 8 und X7 beim Kunden zu Hause abgeholt und nach der Überprüfung in die Garage wieder zurückgebracht. Auf Wunsch steht für diese Zeit natürlich ein Ersatzwagen zur Verfügung.

Interieur BMW 7