Energie Schweiz

Segeln bei Autobahn-Geschwindigkeiten

Ein Hybrid ist nicht einfach ein Hybrid. Es gibt Plug-in-Hybride, Hybride mit Range Extender und Mildhybride. Dahinter stehen verschiedene Konzepte, wie der fossil betriebene Motor mit dem Elektroantrieb zusammenwirken. Besonders im Bereich der Mildhybride entwickeln die Hersteller zur Zeit neue Modelle.

Moderne Autos verbrauchen immer mehr Strom – das 12-Volt-Bordnetz, dass aktuell Standard ist, stösst damit an seine Grenzen. Der Mildhybrid hat ein 48-Volt Bordnetz, welches sich in Zukunft durchsetzen könnte. Der kleine E-Motor unterstützt dabei den Hauptantrieb, einen Benziner oder Diesel. Während der Fahrt wird die Batterie hauptsächlich durch Rückgewinnung der Bremsenergie (Rekuperation) geladen.

Die elektronische Unterstützung sorgt dafür, dass der Benzin- oder Dieselmotor nicht mehr in den Leerlauf geht, wenn man den Fuss vom Gas nimmt, sondern gleich vollständig ausschaltet. So kann auch bei Autobahn-Geschwindigkeiten über längere Zeit «gesegelt» werden. Auch in der Stadt, wenn man im Stau rollt, funktioniert die Start-Stopp-Automatik nicht erst bei Schritttempo.

Tritt die Fahrerin oder der Fahrer wieder aufs Gas, schaltet sich der Motor ganz schnell und komfortabel wieder ein – ohne Gedenksekunde. Der Generator bringt den Verbrenner direkt auf eine komfortable Drehzahl, noch bevor wieder Kraftstoff eingespritzt wird.

Vorteile der Technologie sind für Hersteller interessant
Das 48-Volt Hybridsystem sorgt so für eine Verbrauchs- und CO2-Reduzierung. Der Zulieferer Continental verspricht, dass die Spritersparnis im Normverbrauch bei rund 13 Prozent, im realen Stadtverkehr sogar bei 21 Prozent liege.

Das ist für Autohersteller sehr interessant, denn diese Ersparnis kommt im Vergleich zu den kostspieligen Vollhybriden zu einem interessanten Preis-Leistungsverhältnis. Laut Zulieferer Delphi bieten die Mildhybride etwa 70 Prozent der Leistungsfähigkeit bei nur 30 Prozent der Kosten für eine volle 300-Volt Technik.

So ist es kein Wunder, dass die Autohersteller verstärkt auf eben diese Technologie setzen. Audi hat angekündigt auf einen Schlag alle A8-Varianten mit der Technik auszurüsten. Dabei soll es allerdings nicht bleiben. Die Technik werde schrittweise zum Standard für alle hauseigenen Verbrenner eingeführt, heisst es dort.

Auch Mercedes stattet die S-Klasse mit dem 48-Volt Motor aus. Honda bietet sowohl den Civic Hybrid als auch die neue zweite Generation des Insight mit diesem Antrieb an und auch den Scénic von Renault gibt es in einer 48-Volt Version. In naher Zukunft wird sich die Modellpalette der Mildhybride sicher noch erweitern. Das 48-Volt Bordnetz könnte sich künftig als Standard durchsetzen.