Energie Schweiz

Mazda MX-30

Auch Mazda fährt auf den Electric Highway

Der MX-30 wird der erste Stromer von Mazda. Das schmucke SUV-Coupé setzt dabei nicht auf Leistung und Reichweite, sondern auf eine möglichst geringe Umweltbelastung.

Der Anteil der batterieelektrischen Autos an den Neuimmatrikulationen lag in den ersten zwölf Monaten bei knapp vier Prozent. Aber die Entwicklung zeigt nur in eine Richtung: Aufwärts. Kein Wunder also, dass sich nun auch Mazda dem Thema widmet und im Herbst 2020 den ersten BEV an den Start stellt – den MX-30, der sich mit einem möglichst schonenden Umgang mit den Ressourcen auszeichnen soll.

«Natürlich geht es vor allem um die strengen CO2-Vorschriften», macht Christian Schultze, Chef der technischen Entwicklung, kein Geheimnis daraus, wieso nun auch Mazda ein batterieelektrisches Modell lanciert. Doch der Klimawandel stehe bei Mazda im Vordergrund, weshalb sich die Japaner beim MX-30 für eine vergleichsweise kleine Batterie mit einer Kapazität von 35,5 kWh entschieden hätten.

Eine maximale Reichweite von 200 Kilometern soll der MX-30 schaffen. Zu wenig? Schultze relativiert: «Die meisten Menschen fahren deutlich kürzere Strecken, als sie meinen. Der europäische Durchschnitt liegt bei 48 Kilometern am Tag». In der Schweiz werden im Schnitt pro Tag knapp 24 Kilometer mit dem Auto zurückgelegt. Der MX-30 decke mit seiner maximalen Reichweite somit die allermeisten Fahrten ab.

Der neue MX-30 war für eine Probefahrt zwar noch nicht verfügbar, doch Mazda hat für erste Probefahrten die Antriebstechnik samt Bodengruppe unter der Karosserie eines CX-30 verbaut. Und die Fahreindrücke überraschen nicht, Mazda legt auch beim MX-30 grossen Wert auf das Fahrgefühl. Der E-Motor mit 105 kW sorgt für einen guten Durchzug, die situationsbedingte Drehmomentverteilung G-Vectoring macht den Stromer agil und handlich. Der neue Mazda MX-30 kann zwar bereits mit einer unverbindlichen Anzahlung von 1000 Franken vorreserviert werden, auf den Markt kommt er aber frühestens im September 2020. 

Dass die Japaner nicht nur die lokal erzeugten Emissionen beim Fahren im Auge haben, zeigen auch andere Details. Das Material an den Türinnenseiten besteht zu 100 Prozent aus geschredderten PET-Flaschen, die Sitzbezüge sind aus einem Material, das 20 Prozent wiederverwertetes Garn enthält, Ablageflächen sowie die Tür-Innengriffe werden aus Abfällen der Weinkorken-Produktion hergestellt. Und auch beim Thema Leder hat sich Mazda etwas einfallen lassen: «Leatherette» nennt sich das komplett vegane Kunstleder, das ohne Einsatz von Chemikalien produziert wird und in einer gehobeneren Ausstattungsvariante des MX-30 zum Einsatz kommt.

«Das gesamte Interieur ist zu 95 Prozent recycelbar», sagt Entwicklungschef Christian Schultze, und er betont nochmals, dass das sehr wichtig sei, weil eben auch am Ende des Autolebens CO2-Emissionen und andere Umweltbelastungen entstünden.

Als weitere Version wird Mazda ein Modell mit einem zusätzlichen kleinen Benzinmotor anbieten. Dieser kommt als Range Extender zum Einsatz, der Auto also nicht direkt antreibt, sondern wenn nötig Strom für zusätzliche Reichweite erzeugt. Dies wird ein kleiner Kreiskolbenmotor sein, aber frühestens 2021 angeboten werden. Vorher gibt es den MX-30 nur als reinen Stromer.