Energie Schweiz

LA Auto Show 2018

An der bis Sonntag laufenden LA Auto Show werden in diesem Jahr nur wenige wichtige Neuheiten gezeigt, dafür spannende Ausblicke in die Zukunft.

Vor zweieinhalb Monaten in Paris pflegten die grossen Hersteller noch die Tristesse und haben Trübsal geblasen. Doch im Dunstkreis von Hollywood gibt sich die Autobranche derzeit wieder optimistisch und blickt mit mehr Selbstvertrauen in die Zukunft. Denn die Stars der Messe sind vorwiegend Studien, die bei Design und Technik einen riesigen Sprung machen und trotzdem bald in Serie gehen. Dagegen waren grosse Premieren bei den Serienmodellen eher rar.

Der ungekrönte Schönheitskönig ist derzeit der Audi E-Tron GT Concept. Ein Stromer mit den verführerischen Proportionen eines Gran Turismo, der «schon» Ende 2020 auf die Strasse kommen und einmal mehr zum «Tesla-Jäger» mutieren soll. Immerhin sieht die Studie nicht nur toll aus, sondern auch das Datenblatt macht Lust auf mehr: Zwei E-Motoren mit zusammen 590 PS und mit über 90 Kilowattstunden Akkupower sorgen dafür, dass der Schönling den Spurt von 0 auf 100 km/h in 3,5 Sekunden schafft und eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h und eine maximale Reichweite von über 400 Kilometern erreicht.

Eher gemächlich geht es BMW mit der Studie iNext an: Die Münchner zeigen, wie ein elektrischer und autonomer Geländewagen für die Luxusklasse in Zukunft daherkommen könnte. «Das jüngste Visionsfahrzeug steht sinnbildlich für den Aufbruch in ein neues Zeitalter der Freude am Fahren», schreibt BMW. «Denn zum ersten Mal hat die BMW Group alle strategischen Innovationsfelder in einem Fahrzeug gebündelt: Autonomes Fahren, Connectivity, Elektrifizierung und Services – sprich ACES.»

Ganz andere Ziele verfolgt das US-Start-Up-Unternehmen Rivian und macht sich mit dem R1T daran, das grösste und traditionellste Segment des US-Marktes umzukrempeln – mit einem rein elektrisch angetriebenen Pick-Up-Truck. Dieser erscheint nicht zufälligerweise im Format des meistverkauften Autos der USA, dem Ford F-150. Mit einer Reichweite von 600 Kilometern und mehr soll dieser Pick-Up-Truck 2020 in Serie gehen.

Etwas abseits steht da ein Auto, das sonst für gewöhnlich der Star jeder Show ist: Der neue Porsche 911. Er geht in Los Angeles in die achte Generation und kommt bei uns im Frühjahr in den Handel. Doch anders als die serienreifen Studien zeugt er (noch) nicht vom Aufbruch in eine neue Zeit, sondern versucht es noch einmal mit Evolution statt Revolution. Immerhin: Der Plug-in-Hybrid steht in den Startlöchern und wird möglicherweise in Detroit oder Genf Anfang 2019 gezeigt. Da macht der neue Kia Soul aus Korea eine klarere Ansage: Die Koreaner haben bestätigt, dass der Soul nur noch als Elektroauto nach Europa kommen wird.

Die beiden mit Abstand ungewöhnlichsten Antworten auf die aktuellen Fragen der PS-Branche sieht man bei Mazda und bei Volvo: die Schweden emanzipieren sich gleich ganz vom Blech –  zum allerersten Mal auf einer Automesse haben sie einen Stand, auf dem nicht ein einziges Auto zu sehen ist. Auch die Japaner schwimmen mit der vierten Generation des Mazda3 gegen den Strom. Ganz entgegen des derzeitigen Trends hin zur umfänglichen Digitalisierung und Automatisierung setzt der Hersteller aus Hiroshima weiterhin voll auf die Kernwerte der Marke: Fahrerlebnis, Präzision und japanische Handwerkskunst. Dafür führt Mazda als erster Hersteller den sogenannten Diesotto-Motor ein. Dank hoher Kompression entzündet sich das Treibstoffgemisch in diesem Benzinmotor wie in einem Diesel selbst – somit sollen die positiven Eigenschaften beider Motorkonzepte vereint werden, nämlich das Drehverhalten des Benziners sowie das hohe Drehmoment und die deutlich effizientere Verbrennung des Diesels.