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Der Neue Kia Soul

In der dritten Generation rollt der Kia Soul nur noch als Elektroauto nach Europa. Dabei haben die Koreaner nicht nur die Reichweite des «Kastens» erhöht, sondern auch den Spass.
Kia Soul EV 2
Kia ist gut unterwegs: In knapp zehn Jahren haben sich die Koreaner vom günstigen Massenhersteller zum Trendsetter gemausert, bieten tolles Design und gute Qualität. Und jetzt drängen sie auch bei den alternativen Antrieben in die Pole Position. Denn nachdem Sie mit dem Niro als Hybrid, Plug-In und Akku-Auto die Pflicht erfüllt haben, starten sie jetzt zur Kür und bringen die dritte Generation des Soul an den Start. Bis dato auch mit Verbrennern zu haben, wird die coole Kiste aus Korea zumindest in Europa künftig nur noch als Elektroauto angeboten.

Am ikonischen Design des Soul ändert sich dabei nur wenig – auch wenn die sogenannte Tigernase nun zu einem schmalen LED-Schlitz wird, die Ladeklappe anstelle des Kühlergrills noch hübscher inszeniert ist, die Proportionen mit etwas mehr Radstand und Länge so korrigiert wurden, dass selbst der Kastenwagen ein bisschen dynamisch aussieht. Nur am Heck mit seinem charakteristischen Ring aus Rotlicht bemerkt man auf den ersten Blick, dass der Soul ein wenig runder geworden ist.
Doch das Fahren fühlt sich nicht nur neu an, sondern es ist kein Vergleich mehr zur Elektroversion des letzten (bei uns aktuellen) Soul, die sich in den letzten Jahren besser verkauft hat als alle Verbrenner zusammen. Denn Kia übernimmt die beiden Antriebspakete aus dem Niro und vor allem der stärkere kann überzeugen. Nicht nur, dass Reichweitenängste bei einem 64 kWh-Akku, einem Aktionsradius von 452 Kilometern in der Norm und gut und gerne 300 Kilometern im Alltag passé sind. Sondern mit 204 PS und einem von 285 auf 395 Nm angehobenen Drehmoment ist man auch beim Fahren vorne dabei: Das Spurtvermögen jedenfalls ist bisweilen grösser als die Haftkraft der Reifen, ein Sprintwert von 0 auf 100 in 7,9 Sekunden ist mehr als konkurrenzfähig und beim Zwischenspurt auf der Landstrasse ist der Soul so flott, dass man sich bei der ersten Ausfahrt in Korea immer mal wieder selbst massregeln muss. Das Auto mit der kleineren Batterie wird in der Schweiz wohl nicht angeboten.

Was einmal mehr überrascht bei diesem Kia, das ist der Aufwand für die unterschiedlichen Fahrprofile und mehr noch für die Rekuperation. So gibt es nicht weniger als vier Charaktereinstellungen von Sport bis Eco-Plus, die sich vor allem in Sachen Fahrspass deutlich unterscheiden und mit zunehmendem Sparanspruch sogar die Leistung drosseln und Nebenverbraucher wie die Klimaanlage abklemmen. Und wer die Energie beim Bremsen zurückgewinnen will, kann mit den Wippen am Lenkrad nicht nur vier Stufen der Verzögerung wählen sondern den Wagen mit dem linken Hebel auch gleich bis zum Stillstand abbremsen. Wenn man sich daran erst einmal gewöhnt hat, dann braucht man die Fussbremse nur noch im Notfall.

Während die Technik gleich ist wie beim Niro, ist der Charakter des Soul ein anderer – schliesslich ist die coole Kiste für Kia nicht nur eine Stilikone sondern auch ein Stimmungsmacher. Deshalb gibt es nicht nur ein Heer von Assistenzsystemen und das neueste Infotainment samt digitalem Cockpit, grossem Touchscreen und dem Bediensystem UVO, mit dem man etwa Klimatisierung und Akkuladung über eine App auch aus der Ferne steuern kann. Sondern es gibt auch nette Spielereien wie die Reliefs auf Felgen und Türkonsolen, die entfernt an Diskokugeln erinnern oder eine Ambiente-Beleuchtung mit einem Dutzend Lichtspielen, die sich der laufenden Musik anpassen. So wird aus dem Stau schnell mal eine Party.
So locker und lässig der Soul EV auftritt und so gute Laune er macht, dürfte das Erlebnis für die Kunden allerdings mit einem spürbaren Stimmungsdämpfer beginnen. Denn auch wenn Kia die Markteinführung für dieses Frühjahr verspricht, brauchen Interessenten reichlich Geduld – schon jetzt rechnen die Koreaner mit mindestens neun Monaten Lieferfrist. Das heisst: In der Schweiz müssen die Elektrofans sowohl auf den Soul EV und den e-Niro bis Anfang 2020 warten. «Bestellt werden können die beiden Stromer wohl ab Herbst, doch die Preise sind derzeit noch nicht bekannt», heisst es auf Anfrage bei Kia.