Energie Schweiz

Die Freude am Fahren und Sparen

Der knapp 4 Meter lange elektrische Stadtflitzer Honda E definiert Fahrspass neu.
Auch Honda stemmt sich nicht weiter gegen den Trend und reitet ebenfalls auf der elektrischen Welle. Bis 2022 kündigen sie mindestens eine elektrifizierte Variante für alle europäischen Volumenmodelle an, doch als Speerspitze der Stromer rollt im Mai der Honda E an den Start. Knapp vier Meter lang, tritt er gegen Mini Cooper SE, den Renault Zoe oder die elektrischen Zwillinge Opel Corsa und Peugeot 208 an.

Während der erfolgreiche Zoe kürzlich ein Facelifts erhalten hat und die anderen Kleinwagen umgerüstet wurden, probt der Honda E den Zeitensprung: «Dezidiert als Elektroauto entwickelt, soll er schon heute zeigen, wie das Auto von übermorgen zugeschnitten ist», erläutert Projektleiter Takahiro Shinya und meint damit neben dem Antrieb vor allem die Assistenten und das Ambiente.


Der Honda sieht charmant aus und die E-Maschine im Honda E Advance hat 113 kW, oder nach alter Währung 154 PS und das Drehmoment liegt bei maximal 315 Nm. Null auf 100 schafft der E in 8,3 Sekunden.

Auf dem Papier liegt der Honda E zwar hinter den Konkurrenten, doch in der Praxis bieten die Japaner spürbar mehr Spass beim Fahren. Denn mit dem Antrieb in der Hinterachse und einer variablen Lenkung mit extrem kleinem Wendekreis fährt sich der Viertürer tatsächlich wie ein Go-Kart und ist dem Mini-Fahrgefühl damit näher als das Original.

Doch Honda hat den E nicht nur auf Spass optimiert, sondern auch aufs Sparen und deshalb Rekuperations-Wippen ans Lenkrad geschraubt. Da, wo man früher die Gänge der Automatik gewechselt hat, regelt man jetzt den Widerstand des Motors und mit ihm den Grad der Energierückgewinnung. Und wer überhaupt nicht mehr mechanisch bremsen möchte, der drückt einfach die One-Pedal-Taste, schaltet so auf maximale Rekuperation und bringt den Wagen mit dem Lupfen des Gasfusses zum Stehen.

Wie beim Antrieb setzt Honda auch beim Akku auf Vernunft: Weil die durchschnittliche Fahrleistung der Kundschaft statistisch bei gerade mal um die 40 Kilometern am Tag liegt und weil jede Batteriezelle Platz, Gewicht und vor allem Geld kostet, hat sich Honda auf 35,5 kWh beschränkt – und kommt damit nur etwas mehr als 200 Kilometer weit.

Was Honda an der Batterie spart, stecken die Japaner in die Schnellladetechnik und vor allem ins Infotainment. Denn das Cockpit im Honda besteht ausschliesslich aus Bildschirmen: Digitale Instrumente hinter dem Lenkrad, daneben zwei grosse Touchscreens mit einer App-Steuerung und Sprachbedienung als Ersatz für die allermeisten Knöpfe, und rechts und links zwei Monitore für die digitalen Aussenspiegel.

Apropos Kleinwagen: Auch wenn der Honda E vier Türen hat, kann man hinten kaum sitzen und der Kofferraum fasst nur 171 Liter. «Kein Problem, sondern Kalkül», wie Projektleiter Shinya den dezidierten Zuschnitt als Stadtauto mit einer iPhone-Analogie erklärt: «Wir telefonieren schliesslich auch mit dem Smartphone und nicht mit dem Tablet, nur weil es den grösseren Bildschirm und die längere Akkulaufzeit hat.»