Energie Schweiz

Fisker verkündet die Batterie-Revolution

Das Modell EMotion von Fisker ist für 2018 angekündigt

Die Batterie ist das Herzstück eines Elektroautos und darum eines der wichtigsten Forschungsobjekte der Automobilindustrie. Die Akkus werden immer kleiner und leichter und erzielen dank höherer Energiedichte gleichzeitig eine grössere Reichweite.

Heute gibt es bereits ein breites Angebot an Fahrzeugen mit einer Reichweite von über 300 Kilometern. Der Opel Ampera-e kommt laut Herstellerangaben mit einer Ladung gar 520 Kilometer weit und Tesla hat die Modelle X mit 542 Kilometern und S mit bis zu 600 Kilometern Reichweite im Angebot.

Dies möchte der US-Autohersteller Fisker noch toppen. Dank einer Feststoffbatterie will das Unternehmen seine zukünftigen Stromer innert einer Minute mit «Saft» für über 600 Kilometer laden.

Der Opel Ampera-e bietet laut Hersteller eine Reichweite von 520 Kilometer

Feststoffbatterie statt Lithium-Ionen Akku
Mehrere Hersteller, darunter auch Toyota und Audi, planen seit Jahren mit der Feststoffbatterie für ihre Elektroautos und arbeiten mit Hochdruck an der Realisierung. Doch nun hat ausgerechnet Designer und Unternehmer Henrik Fisker in einem Tweet verkündet, dass seine Stromer bereits ab 2023 mit der neuen Technik fahren werden.

Damit hat Fisker für Euphorie in der E-Mobility-Szene gesorgt: Laut seinen eigenen Aussagen rechnet er damit, dass in den nächsten Jahren Feststoff-Akkus für seine Stromer zur Verfügung stehen, die erheblich leistungsfähiger sind als die aktuellen Lithium-Ionen-Akkus. Die Akkus sollen eine mehr als doppelt so hohe Energiedichte besitzen, eine Reichweite von 800 Kilometern ermöglichen und an der Ladestation in nur einer Minute mit bis zu 80% aufgeladen sein.

Fisker-Gründer und Designer Henrik Fisker

Temperaturbeständig und hohe Energiedichte
Die Feststoffbatterie gilt vor allem durch den Wegfall eines flüssigen Elektrolyts als besonders temperaturbeständig. Zudem soll die Energiedichte etwa doppelt so hoch sein wie bei den aktuell gebräuchlichen Lithium-Ionen-Akkus. Das würde auch deutlich höhere Reichweiten – laut Fisker bis zu 800 Kilometern –, mit sich bringen. Fisker konterte auf Fragen von Skeptikern: «Wir können alle Hindernisse, die der Serienreife künftig im Weg stehen könnten, überwinden.» Damit meint der Unternehmer vor allem die Produktionskosten und die Leistung bei niedrigen Temperaturen.

Umsetzung der Ankündigungen 
Trotz der zuversichtlichen Aussagen Henrik Fiskers und der dazugehörenden Patente gibt es auch kritische Beobachter, die bezweifeln, dass Fisker seine Ankündigungen tatsächlich in die Tat umsetzen kann. Erst einmal setzt der Hersteller aus Kalifornien aber auf ein Elektroauto mit herkömmlichen Lithium-Ionen-Akku. Das Modell EMotion ist für 2018 angekündigt. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Fisker oder einem anderen Hersteller bei der Feststoffbatterie tatsächlich der Durchbruch gelingt.