Energie Schweiz

Erdgas – und das Warten auf den Durchbruch

Das Tanken mit Erdgas geht ebenso schnell wie bei Benzin oder Diesel

Der durchschnittliche CO2-Ausstoss der verkauften Neuwagen sinkt langsam. Dazu tragen unter anderem auch die angebotenen «alternativen Antriebe» bei. Insgesamt liegen die Verkaufszahlen dieser Fahrzeuge im Plus. Dies gilt jedoch nicht für alle Technologien im gleichen Mass.

In konkreten Zahlen: Nach elf Monaten liegen die Immatrikulationen von Neuwagen in der Schweiz mit 282'956 Autos 0,3 Prozent über dem Vorjahr. Die Hybrid-Benziner haben um 16,4 Prozent auf 10'363 Autos und einen aktuellen Marktanteil von 3,7 Prozent zugelegt, die Elektroautos um 53,3 Prozent auf 4227 Autos, oder einen Marktanteil von 1,5 Prozent per Ende November. Diesel-Hybride, Stromer mit Range Extender, Wasserstoff- und Erdgas-Autos liegen dagegen nach den neusten Zahlen im Minus.

Nachfrage gering trotz vieler Vorteile
Das überrascht. Vor allem bei den Erdgasfahrzeugen (674 Verkäufe, Minus 19,7 Prozent), da hier – im Gegensatz beispielsweise zu Wasserstoff – schweizweit 140 Tankstellen zur Verfügung stehen. «Die Nachfrage nach Erdgasautos ist in der Schweiz leider sehr gering», bestätigt Andreas Burgener, Direktor von auto-schweiz, dem Verband der Schweizer Auto-Importeure. «Der Vorteil der geringeren CO2-Emissionen liegt beim Kunden zu wenig im Fokus und bei den Flottenkunden sorgt der schwer kalkulierbare Restwert für eine verhaltene Nachfrage.»

Erstaunlich, denn die ersten Erdgasmotoren wurden bereits in den 1860er-Jahren entwickelt. Und im Gegensatz zu Elektroautos gibt es bei den Erdgasfahrzeugen keine Reichweitenangst. Denn Erdgasmotoren in modernen Personenwagen sind aus Reichweitegründen stets bivalent ausgelegt – sie können sowohl mit Benzin als auch mit Erdgas betrieben werden. Ein weiterer Vorteil ist finanzieller Natur: In vielen Kantonen vergeben Energiedienstleister in diversen Förderprogrammen zwischen 500 und 5'000 Franken beim Kauf eines Personenwagens, der mit Erdgas betrieben wird.

Modellpalette entscheidend
«Aber neue Modelle und die Möglichkeit, die Fahrzeuge mit synthetisch hergestelltem Gas betreiben zu können, werden dem Gasauto doch noch zum Durchbruch verhelfen», meint Andreas Burgener gegenüber co2tieferlegen überzeugt.

Bereits heute gibt es von einigen der beliebtesten Modelle eine energieeffiziente Erdgasversion: VW Golf und Audi A3. Der Golf ist ein Dauerbrenner und landete bei den meist verkauften Neuwagen von Januar bis November 2017 auf Platz 2, der Audi schafft es in dieser Statistik auf Platz 12.

Es gibt noch weitere bekannte Namen unter den co2tiefergelegten Erdgas-Modellen: Die Volkswagen Group bietet ausserdem den Seat Mii, den Skoda Citigo, den VW Up und den VW Polo an. Ausserhalb der «Wolfsburger» hat Fiat den Panda als CNG-Ausführung im Angebot.