Energie Schweiz

Die emissionsfreie Offensive von Mercedes

Bis 2022 will der Autokonzern in jeder Baureihe mindestens eine Elektro-Version anbieten. Und smart wird die erste Automarke, die die komplette Palette vom Verbrennungsmotor auf einen rein elektrischen Antrieb umstellt.

Bis 2025 soll der Anteil an rein elektrischen Fahrzeugen gemäss Mercedes-Chef Dieter Zetsche zwischen 15 und 25 Prozent des gesamten Absatzes ausmachen. „Der E-Antrieb ist ein wichtiger Baustein der Mobilität der Zukunft“, so Zetsche. Für emissionsfreie Mobilität steht bei den Deutschen die Technologie- und Produktmarke EQ – Electric Intelligence. Diese lassen sie sich etwas kosten: „In den nächsten zehn Jahren werden wir mehr als 10 Milliarden Euro in neue EQ-Produkte investieren und über 1 Milliarde in die Batterieproduktion“, verspricht Zetsche.

Vor ein paar Wochen hat der Autobauer mit dem EQC seinen ersten vollelektrischen SUV und den Vorreiter seiner neuen Marke vorgestellt.

Bereits unterwegs unter dem Elektrolabel sind seit Mitte dieses Jahres (auch in der Schweiz) die Elektro-smart EQ fortwo und EQ forfour. Seit 2017 fährt der kleine Stadtflitzer in den USA, Kanada und Norwegen ausschliesslich elektrisch. Das macht ihn dank des höheren Drehmoments noch agiler im urbanen Verkehr. Bis 2020 wird er auch in der Schweiz und im übrigen Europa nur noch in dieser Version erhältlich sein. Der Rest der Welt wird kurz darauf nachziehen. Das macht smart zum ersten Autobauer, der seine ganze Palette vom Verbrennungsmotor komplett auf elektrischen Antrieb umstellt.

Überraschend setzt Mercedes auch (oder besser nochmals) auf die Brennstoffzelle. Als Pionier stellte das Unternehmen 1994 das erste mit Wasserstoff angetriebene Fahrzeug NECAR 1 vor. GLC F-Cell Hybrid heisst der neue Wagen. Einen Haken hat das Auto – zumindest in der Schweiz. Wasserstoff ist zwar das am häufigsten vorkommende Element überhaupt – doch es gibt bei uns erst zwei Tankstellen. Aus diesem Grund wird das Auto vorerst nicht in die Schweiz ausgeliefert. Doch das könnte sich bald ändern: Bis 2023 plant eine Interessenvereinigung aus Tankstellenbetreibern, den beiden Grossverteilern Migros und Coop und seit Kurzem der Emil-Frey-Gruppe sowie Shell, einen flächendeckenden Ausbau des Tankstellennetzes.

Der GLC F-Cell Hybrid verfügt über ein neues Brennstoffzellensystem, das so kompakt ist, dass es erstmals vollständig im Motorraum Platz hat. Mehr noch: es wird an den gleichen Aufhängungspunkten wie ein herkömmlicher Motor montiert. Es stellt aus getanktem Wasserstoff und dem Sauerstoff der Luft elektrische Energie her. Zudem ist im Auto das gleiche Akkupaket untergebracht, mit dem Mercedes auch seine anderen Plug-in-Hybridmodelle ausstattet.

Mit diesen Plug-in-Hybriden können Automobilisten auf den Mix von Elektro- und Verbrennungsmotor setzen. In der Stadt können sie rein elektrisch fahren, bei langen Strecken profitieren sie von den Reichweiten des Verbrennungsmotors. Aktuell bietet Mercedes ab der C-Klasse aufwärts dieses Antriebskonzept der 3. Generation an. Das intelligente System berücksichtigt bei der Planung der zur Verfügung stehenden elektrischen Energie und bei der Rekuperation auch Stadtdurchfahrten, den Geschwindigkeitsverlauf und das Streckenprofil.