Energie Schweiz

Smart Forease - die Elektro-Studie

Eine exklusive Ausfahrt mit dem Smart-Prototyp Forease hat gezeigt, wie viel Spass der Bonsai-Benz eigentlich machen könnte.

Die laut verkündete Botschaft, künftig nur noch Elektroautos zu verkaufen, hat Smart zumindest vorübergehend ein wenig Rückenwind verschafft. Doch erstens passiert das erst ab 2020, und zweitens wurden 2018 deutlich weniger Smart verkauft, als noch im Vorjahr.

Doch zumindest vorübergehend weht trotzdem ein frischer Wind – und das kann man wörtlich nehmen. Denn die Schwaben haben im Herbst die Studie Forease auf den Pariser Salon gerollt, die frisch und freizügig ist wie schon seit Jahren kein anderer Smart.

Nachdem er auf der Messe noch wie ein Spielzeug gewirkt hat, erinnert der Forease bei der ersten Begegnung in freier Wildbahn unwillkürlich an die Flitzer auf dem Autoscooter. Zum einen, weil er ein bisschen breiter ist als das Original und tiefer auf der Strasse kauert. Aber vor allem, weil er sich sehr viel offener gibt: Wo das offizielle Cabrio eigentlich nicht viel mehr zu bieten hat als ein grosses Schiebedach, wird der Fortwo hier zu einem radikalen Roadster, für den man das Serienauto auf halber Höhe abgeschnitten hat.

Die Frontscheibe geht einem gerade bis zum Kinn, in den Türen wurden das Glas und dessen Rahmen gleich ganz weggelassen, und auch hinten gibt es nichts, was Wind und Wetter fernhält. Fehlt eigentlich nur noch die Stange mit dem Stromabnehmer, die beim Autoscooter den E-Motor mit Energie versorgt. Aber den braucht der Forease nicht. Denn als Basis diente den Designern der Smart EQ, mit dem die Schwaben den Elektroantrieb ja schon seit Jahren in Serie haben.

Im Wagenboden steckt deshalb ein Akku von 17,6 kWh - bis zu 160 Kilometer verspricht Smart als Norm-Reichweite. Die Akkus speisen einen 60 kW starken E-Motor an der Hinterachse, mit dem der Smart jede Menge Fahrspass bereitet. Die maximal 130 km/h Höchstgeschwindigkeit sind zwar beim Auto-Quartett alles andere als ein Trumpf, und die 11,5 Sekunden von 0 auf 100 können sich ganz schön ziehen. Doch bis Tempo 60 ist der Smart sehr flott unterwegs, sodass man sich über jede rote Ampel freut. Im dichten Verkehr springt man förmlich von Lücke zu Lücke und wenn man durch ein Parkhaus fährt, ist das wie Karussell für grosse Kinder – zumal der zentnerschwere Akku im Wagenboden spürbar den Schwerpunkt senkt und so die Strassenlage verbessert.

Doch die grösste Freude an diesem kleinen Flitzer ist und bleibt sein winziger Wendekreis: Kein anderes Auto ist so handlich wie der Smart und kommt so gut ums Eck, und noch nie hat eine Fahrt durch die Tiefgarage so viel Spass gemacht wie mit dem Forease.

Dass es draussen eiskalt ist und der Wind fast ungehindert über die knappe Frontscheibe streicht, ja dass es nicht mal für den Notfall ein Verdeck gibt und dass die Sitzheizung bei dem Einzelstück nur ein Fake ist – all das stört bei der exklusiven Ausfahrt kaum. Denn erstens gaukelt einem das Display, das in die alten Lüfterdüsen gerückt ist, ja einen schönen Sommertag vor. Und zweitens ist der Forease so sympathisch und macht so viel Spass, dass es einem richtig warm ums Herz wird – egal, welche Temperaturen das Thermometer zeigt.

Flott, cool, charmant und ein absoluter Blickfang: Als Forease wird der elektrische Smart zum kleinen Funcar.

Doch leider ist die Serienproduktion (noch) nicht geplant, und die Designstudie bleibt vorerst ein Einzelstück.