Energie Schweiz

Serie: Erlebte Elektromobilität mit dem Mercedes EQC 400

Teil 1

Wie schwer ist eigentlich der Umstieg auf ein Elektroauto? Wir machen den Test. 

Jetzt geht’s richtig los: In den kommenden Monaten rollen gleich Dutzende spannende Modelle mit Elektroantrieb an den Start. Vom kultigen Kleinwagen über den praktischen Alleskönner bis hin zum exklusiven Supersportler. Und dazwischen jede Menge Elektro-SUV. So wie der Mercedes-Benz EQC.

Normaler Alltag? Nicht ganz, denn während die Installation einer privaten Ladestation (Wallbox) bei Hausbesitzern meist mit einem Telefonanruf beim Stromanbieter erledigt ist, müssen Stockwerkeigentümer und Mieter im Voraus abklären, ob man überhaupt eine Ladestation beim eigenen oder gemieteten Einstellhallenplatz installieren darf. Und das kann derzeit noch mit ein paar Hürden verbunden sein. Hilfestellungen bei Fragen zur Inbetriebnahme von Ladestationen können von Swiss eMobility und vom Hauseigentümerverband beigezogen werden.

Anfang Juli holen wir unseren Testwagen, den Mercedes-Benz EQC 400, in Schlieren ab. Vollgeladen. Fahren zu einem Meeting nach Zürich, weiter ins Büro nach Baar und schliesslich nach Hause an den Thunersee. Restreichweite 190 Kilometer, meldet der lautlose Benz, der aussieht wie ein auf Zukunft getrimmter normaler SUV mit Stern. Ist er ja auch, denn der EQC wurde nicht von Grund auf als Elektrofahrzeug entwickelt, sondern E-Antrieb und Batteriepacks wurden in die bestehende Struktur des GLC implementiert.

Deshalb müssen EQC-Interessenten kaum umdenken. Von aussen, weil er zwar das zur Schau trägt, was Designchef Gorden Wagener eine «avantgardistische Elektro-Ästhetik» nennt. Innen, weil das 4,76 Meter lange SUV bleibt, was es sein soll – ein Mercedes. Vorausgesetzt, man bleibt entspannt. Denn wenn man zu heftig aufs Fahrpedal tritt, ist es mit der Gemütlichkeit vorbei. Dann wird der Luxusliner zum Sportler. Kein Wunder, schliesslich verfügt der EQC über zwei E-Motoren, die zusammen 300 kW (408 PS) leisten und den E-Benz in 5,1 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen.

Doch solche Werte sind heute nicht mehr angesagt. Und wer dauernd Höchstleistungen abruft, verringert seinen Aktionsradius ebenso schnell. Lohn der vernünftigen Fahrweise ist eine maximale Reichweite von 430 Kilometern. Auf dem Papier. Im Alltag und ohne Komforteinbussen – Klima an, Sound an, etc. –, waren es im Schnitt immer über 370 Kilometer. Und damit die Praxis der Theorie möglichst nahekommt, gibt es ein halbes Dutzend Fahrprogramme samt Eco-Navigation, vorausschauendem Batteriemanagement und fünf Rekuperationsstufen, mit denen man segeln oder ohne Bremse bremsen kann.

Wer eine längere Fahrt plant, stöpselt den EQC am Abend an die Wallbox und fährt am Morgen mit voller Batterie los. Geht die Reise über die rund 400 Kilometer hinaus, plant die EQ optimierte Navigation automatisch Routen inklusive Ladestopps. Dabei fliessen Daten wie der aktuelle Verkehrsfluss, der momentane Stromverbrauch sowie verfügbare Ladestationen mit ein. Das alles kann mit der «Mercedes me»-App gesteuert werden, über «Mercedes me Charge» bekommt der Fahrer zudem bequemen Zugang zu Ladesäulen verschiedenster Anbietern (inklusive Ionity) im In- und Ausland. Und bezahlt wird ebenfalls mit einer integrierten Funktion.

Fazit: Der Verkehr auf der «Electric Avenue» wird immer dichter, und Autos wie der ab 84'900 Franken erhältliche Mercedes-Benz EQC machen den Umstieg leicht. Die Infrastruktur in der Schweiz ist bereits sehr gut und wird zudem stetig ausgebaut. Und schon jetzt ist auf den Schweizer Strassen eine flächendeckende Stromversorgung gewährleistet. Auf ich-tanke-strom.ch findet man die Verfügbarkeit von Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Echtzeit.