Energie Schweiz

Elektromobilität in Genf

Das Angebot an reinen E-Fahrzeugen wird grösser. In Genf zeigen viele Hersteller, was in den nächsten Jahren zu erwarten ist.

Das Angebot an reinen E-Fahrzeugen wird grösser. In Genf zeigen viele Hersteller, was in den nächsten Jahren zu erwarten ist.
Die Autobranche schwebt derzeit in einer Art luftleerem Raum: Die Revolution im Automobilbau wird kommen, sie scheint vielerorts auch greifbar, doch wohin die Reise genau gehen wird, weiss noch keiner so genau.

Die meisten Hersteller investieren grosse Summen in die Elektromobilität. An den Messeständen in den Palexpo-Hallen zählen auch einige Stromer zu den Weltneuheiten. Auch zahlreiche seriennahe Studien zählen zu den Highlights. Die Produktepipelines der grossen Hersteller scheinen somit inzwischen gefüllt zu sein.

Honda hat angekündigt, bis 2025 sämtliche auf dem europäischen Markt verkauften Fahrzeuge mit einem Elektroantrieb auszustatten. Das schliesst Plug-in-Hybride, die von einer Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor angetrieben werden und an der Steckdose aufgeladen werden können, mit ein. Mit der Studie eines schnuckeligen Elektro-Kleinwagens hat Honda bereits auf mehreren Messen für Furore gesorgt. An der GIMS ist nun mit dem Honda e Concept eine weitere, nun schon ziemlich seriennahe Studie ihres ersten E-Autos zu sehen. Der Kleine hat zwei weitere Türen erhalten, wurde optisch etwas runder (und damit auch etwas weniger spannend), ist aber noch immer ein echter Hingucker und mit der Produktion soll noch in diesem Jahr begonnen werden.

Honda e concept
Der Volkswagen-Konzern legt einen starken Fokus auf die Elektromobilität. Audi stellt in Genf mit dem Q4 E-Tron Concept als Weltpremiere und dem E-Tron GT als Europaneuheit zwei Modelle ins Scheinwerferlicht, die frühestens 2020 auf den Markt kommen werden.  Der Audi Q5 e-tron ist derweil bereits bestellbar und wird bald ausgeliefert. Skoda zeigt mit der Studie Vision IV, wie ein vollelektrischer SUV bei der tschechischen VW-Tochter aussehen könnte, und die spanische Untermarke Seat doppelt mit der Studie el-Born nach, benannt nach einem Stadtteil von Barcelona, die ebenfalls auf dem Modularen Elektronikbaukasten MEB des VW-Konzerns basiert. Mit einem 150-kW-Elektromotor wollen die Spanier eine Reichweite von 420 Kilometern schaffen. Porsche schliesslich wird mit dem Taycan schon bald das erste E-Auto der Marke lancieren – in Genf zeigen die Zuffenhausener davon allerdings noch nichts.

Audi E-Tron GT
Audi Q4 E-Tron
Ganz konkret wird das Thema Elektromobilität am Stand von Peugeot: Die Franzosen zeigen als Highlight die Weltpremiere des neuen 208 – inklusive der vollelektrischen Variante. Mercedes-Benz wird in diesem Sommer den vollelektrischen EQC auf den Markt bringen, der eine Reichweite von 400 Kilometer nach WLTP (neuer Verbrauchsmessung) schaffen soll. In Genf zeigen die Schwaben ausserdem den noch als Studie deklarierten EQV: Diese rein elektrisch angetriebene V-Klasse dürfte ebenfalls bald lanciert werden. Die Serienversion will Mercedes-Benz bereits im Herbst an der IAA in Frankfurt vorstellen.

Viele der grossen Hersteller sind also dran am Thema Elektromobilität und werden schon bald spannende Produkte auf den Markt bringen – einige sind ja bereits verfügbar. In Genf zu sehen sind in diesem Jahr aber auch Ausblicke auf die nahe Zukunft. Dass batterieelektrische Fahrzeuge  in den kommenden Jahren einen Teil der Verbrenner-Modelle ersetzen werden, gilt in der Branche als unbestritten. Was in den nächsten Jahren diesbezüglich erwartet werden kann, ist nun immerhin schon greifbar.