Energie Schweiz

Elektro-Modelle von Audi

Audi lädt nach

Mit einer ganzen Schar an Stromern wollen die Bayern vorne mitmischen 

Auch wenn Audi bis Ende September dieses Jahres 5.9 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft hat als im Vergleich zum Vorjahr, sind die Bayern durchaus positiv gestimmt und setzten in Zukunft noch verstärkt auf die Elektromobilität.

Die Bayern wittern Morgenluft: Mit einer breit aufgestellten Elektro-Offensive mit mehr als 30 Modellen mit Stecker bis 2025 wollen sie den Rückstand auf die Premium-Konkurrenten mit E-Technik aufholen.

Der Ende letzten Jahres lancierte E-Tron gibt einen ersten Vorgeschmack. Und der E-Tron GT als bayerische Spielart des Porsche Taycan soll nicht viel mehr sein als ein Prestigeprojekt mit hohen Preisen und niedrigen Stückzahlen. Nicht umsonst wird der – zugegeben – wunderschöne Viertürer quasi in Handarbeit neben dem Audi R8 bei der Sport GmbH in Neckarsulm gebaut.

Doch spätestens danach wird es auch für die Allgemeinheit spannend. Denn in den nächsten 15 Monaten geht als erster Audi auf der so genannten MEB-Plattform der Q4 in Serie. Er nutzt die gleiche Technik wie der VW ID.3 und all die Stromer von Seat oder Skoda und soll über grosse Stückzahlen zu vertretbaren Preisen kommen. Zwischen Q3 und Q5 einsortiert und wie ein klassisches SUV gezeichnet, misst der Q4 rund 4,70 Meter, bietet aber innen deutlich mehr Platz. Dazu gibt’s ein weiterentwickeltes Cockpit mit 3D-Tiefeneffekt, zwei E-Motoren für den obligatorischen Quattro-Antrieb und Akkus, die im besten Fall wohl für über 500 Kilometer reichen werden. Und Schnellladen kann man natürlich auch.

Die grossen Hoffnungen ruhen bei den Bayern aber auf der so genannten PPE-Architektur. Denn während der MEB aus Wolfsburg kommt und naturgemäss etwas argwöhnisch beäugt wird, ist diese Premium Plattform Electric ein Ingolstädter Gewächs, bei dem sonst nur noch Porsche mitzureden hatte. Sie soll Elektromobilität auch in der gehobenen Mittelklasse erschwinglich machen. Das erste Auto auf dieser Architektur ist spätestens für das Jahr 2021 geplant und könnte durchaus gegen den Trend fahren. Denn die Plattform ist so konzipiert, dass man auch mal wieder die Bleche flach halten kann und nicht zwingend ein SUV bauen muss. Die erste Studie jedenfalls, die Audi auf dieser Architektur im kleinen Kreis schon mal gezeigt hat, sieht deshalb eher nach A7 aus als nach Q7.

Schade nur, dass Audi die frohe Botschaft noch im Futur erzählt. Denn auch wenn alles schon sehr konkret klingt, wird es noch ein, zwei Jahre dauern, bis die Akkus bei Audi wieder voll sind und die Aufholjagd mit dem Rückenwind neuer E-Modelle beginnen kann. Bis die grossen Sprünge kommen, gibt’s deshalb jetzt zumindest ein paar kleinere elektrische Hüpfer, und Audi meldet sich auch in der Liga der Plug-in-Hybriden zurück. Gleich vier Modelle mit Stecker stehen da in den Startlöchern, und das nächste halbe Dutzend ist schon in der Pipeline.

Los geht es bei A7 und Q5: Dort spannen die Bayern einen Vierzylinder-Benziner von 252 PS mit einer E-Maschine zusammen und montieren im Wagenboden einen Lithium-Ionen-Akku von 14,1 kWh, der für bis zu 40 WLTP-Kilometer genügt. Für Otto-Normal-Verbraucher kann die Zukunft damit schon beginnen: Denn gemäss Statistik fährt der Durchschnittsfahrer am Tag knapp 25 Kilometer. So, wird er den Verbrenner nicht mehr oft hören – und später umso leichter auf ein Elektroauto umsteigen.