Energie Schweiz

Elektrisierende Trends am Autosalon

Natürlich glänzten an der Geneva International Motor Show (GIMS) Hypercars und spektakuläre Studien im Rampenlicht. In diesem Jahr gehörten die Schlagzeilen aber den Fahrzeugen mit alternativen Antrieben.

Die 88. Ausgabe des Autosalons Genf präsentierte sich «unter Strom». Fast jeder Hersteller möchte bei dem Trend mitmachen, weshalb elektrische und elektrifizierte Fahrzeuge an fast jedem Stand anzutreffen waren. Zudem feierten auch einige Serienmodelle Premiere. Und dies in einer überraschenden Breite – vom 1914 PS starken E-Hypercar von Rimac über üppig dimensionierten Elektro-Luxusautos, bis zu Elektroautos für das breitere Publikum und jede Menge neuer Plug-in-Hybride in fast allen Segmenten.

Zumindest beim Investment ganz vorne dabei ist der Volkswagen-Konzern der 34 Milliarden Euro in die Strategie «Roadmap E» investiert. Das soll dafür sorgen, dass die Wolfsburger langsam aber sicher elektrisch in Fahrt kommen. Mit dem I.D. Vizzion zeigten sie, wie eine elektrische Luxuslimousine in drei bis vier Jahren aussehen könnte, mit gehobenem Komfort und viel Reichweite. Weniger Geduld braucht es für den SUV Audi e-tron, der noch 2018 mit einer Reichweite von 500 Kilometern auf die Strasse kommt.

Elektrifizierte SUVs
Der Trend zu weniger CO2-Ausstoss zeigte sich auch bei Marken, die bisher noch kaum mit dem Thema Energieeffizienz oder Elektromobilität in Verbindung gebracht wurden. Selbst Porsche ist mittlerweile elektrisiert. Fast 60 Prozent der Panamera-Kunden wählen ihren Neuwagen mit Hybridantrieb. Die effizienteste Variante des Panamera hat jedoch immer noch Effizienzkategorie C. 2019 könnte allerdings ein echter Stromer der Sportwagenmarke debütieren. Denn die spannende Studie Mission E Cross Turismo, mit einer Batterie für 500 Kilometern und 600 PS, wurde als «seriennah» bezeichnet.

500 Kilometer Reichweite scheint sich ohnehin als neuer Standard bei den bald erhältlichen E-Autos zu etablieren: So zum Beispiel beim Jaguar I-Pace, welcher im Sommer zum Preis von 82’800 Franken zu kaufen ist. Deutlich weniger als der Jaguar dürfte der Kona von Hyundai kosten, der nach neuer und strengerer WLTP-Messung eine Reichweite von 470 Kilometern bietet. Der I-Pace und der Kona sind zwei gute Beispiele für energieeffiziente SUVs. Eine Modellpalette, die im Moment stark im Trend liegt.

Den Kona Electric bieten die Koreaner im Sommer zusätzlich in einer Version mit einer kleiner dimensionierten Batterie und schwächerer Motorisierung an. Renault seinerseits hat bei seinem erfolgreichen E-Kleinstwagen Zoe einen neunen Antrieb am Start: Neben dem weiterhin verfügbaren R90-Antrieb bringen die Franzosen ein um 12 kW/17 PS stärkeres Aggregat. Allianzpartner Nissan zeigte in Genf die zweite Generation des kompakten Leaf, der bereits offiziell gestartet ist und Ende 2018 um eine zweite Variante mit noch mehr Reichweite ergänzt werden soll.

Kleine Innovationen und Plug-in-Hybride
Wer Landstrasse und Autobahn meidet, braucht auch keine riesige Reichweite. Als Lösung dafür wurden in Genf einige elektrische Minimobile vorgestellt – darunter der Schweizer Microlino, dessen Design stark an die historische BMW Isetta erinnert. Ab Sommer rollt der smarte Zweisitzer mit 15 kW/20 PS starkem E-Motor in die Stadt.

Apropos smart: Die batterieelektrischen Versionen von Smart werden die ersten Serienmodelle der Produkt- und Technologiemarke EQ von Daimler. Als erstes Serienfahrzeug mit der neuen Bezeichnung und mit Akzentteilen im EQ typischen Blau stellte Smart in Genf das Sondermodell smart EQ fortwo/forfour edition nightsky vor. Die Sonderedition rollt noch im Frühjahr an.

In Hinblick auf die rein elektrische Reichweite geben sich die in Genf gezeigten Plug-in-Hybride deutlich bescheidener. Der von Bentley elektrifizierte Bentayga kombiniert einen Dreiliter-Benziner mit einem E-Motor. Die Batterie soll gut 50 Kilometer rein elektrische Fahrt ermöglichen. Das passt auch bei Mercedes, wo ein neuer Diesel-Plug-in-Hybridantrieb vorgestellt wurde, der ab Sommer für C- und E-Klasse angeboten werden soll. Auch dieser Antrieb schafft bis zu 50 Kilometer rein elektrisch.