Energie Schweiz

Der Blitz wird elektrifiziert

Bis 2024 will Opel in jeder Baureihe mindestens eine elektrifizierte Variante anbieten. Der Grandland X Hybrid4 macht den Auftakt.

Opel durchlebt turbulente Zeiten. Nach schwierigen Jahren unter dem Dach von General Motors folgte 2017 der Verkauf an die PSA-Gruppe (Peugeot, Citroën, DS): Einsparungen, Stellenabbau und die Sorge vor weiterem Ungemach waren die Folge. 2018 konnte der deutsche Autohersteller erstmals seit 20 Jahren einen Gewinn verbuchen, und PSA-Chef Carlos Tavares verkündete: «Opel hat die Grundlagen für eine stabile Zukunft gelegt».

Die Elektrifizierung der Modellpalette ist dabei ein wichtiger Schritt für die Rüsselsheimer. «Die Reise ‘Opel wird elektrisch’ beginnt mit dem Grandland X Hybrid4 und wird 2024 ihren Höhepunkt erreichen, wenn in jeder Baureihe mindestens eine elektrifizierte Variante erhältlich sein wird», versprechen die Rüsselsheimer. «Wir werden 2020 die Vorgaben von 95 Gramm pro Kilometer erreichen, und zwar ohne Strafzahlungen oder Kompensations-Deals.»

Dabei helfen der Marke mit dem Blitz im Logo neue Modelle wie der Grandland X Hybrid4. Besonders spannend ist die Zahl 4 in der Modellbezeichnung – sie steht für 4x4 –, denn bis anhin war der SUV nur mit Frontantrieb erhältlich. Den Vierradantrieb erhält der Grandland X durch ein Hybridsystem mit zwei Elektromotoren: Der eine sitzt zwischen dem 1,6-Liter-Turbobenziner und dem Getriebe und treibt die Vorderachse an, der zweite ist in die Hinterachse integriert. Im reinen E-Modus werden nur die Hinterräder angetrieben – gemäss WLTP-Test sind so bis 59 Kilometer rein elektrisch möglich.

Wird mehr Leistung verlangt, schaltet sich die Vorderachse automatisch hinzu, genauso wie im kombinierten Hybrid-Modus. Der Allrad-Modus kann bis 135 km/h auch manuell zugeschaltet werden. Im Sport-Modus kitzelt der SUV die gesamte Power von 300 PS aus seinen drei Motoren. Der zusätzliche Elektroschub und der Allradantrieb tun dem Grandland X gut, der Hybrid4 – die stärkste Version im Angebot –, fährt sich souveräner als die frontgetriebenen Modelle. Geladen wird an der Haushaltsteckdose über Nacht oder an der Schnellladesäule in rund zwei Stunden. Für Preisbewusste und für Flottenkunden folgt später zudem eine Version mit Frontantrieb und nur einem Elektromotor mit insgesamt 225 PS.

Wenig ist das Motto bei den Emissionen: Zumindest auf dem Papier liegt der Verbrauch des Opels gemäss Messung auf dem Prüfstand bei 1,2 bis 1,7 Liter pro 100 Kilometer oder einem CO2-Ausstoss von 28 bis 39 Gramm pro Kilometer. Diese Werte sind nur zu erreichen, wenn der Grossteil der Strecken elektrisch gefahren wird.

Opel sieht den Grandland X Hybrid4 also als Auftakt der Elektrifizierung – das Elektromodell Ampera-e wird da geflissentlich übergangen. Doch das Portfolio wird nun stetig ausgebaut: Als nächstes folgen der rein elektrische Corsa-e (ab März), der Transporter Vivaro-e und der Elektro-Mokka, der für Ende des Jahres erwartet wird.  Und natürlich wird auch der Dauerbrenner Astra bald elektrifiziert – 2021 sollte es soweit sein.