Energie Schweiz

Ford Mustang Mach-E

Ikone, aufgeladen

Ford hat seinen ersten Elektro-SUV enthüllt. Der heisst ausgerechnet so, wie der wohl legendärste Muscle Car der Welt – der Mustang. Ab Ende 2020 mit dem Nachtrag Mach-E auch auf unseren Strassen.

Wenn selbst die legendärsten Muscle Cars ihren Namen für einen Stromer hingeben müssen, dann ist die elektrische Revolution tatsächlich nicht mehr weit. Und für die Premiere im Vorfeld der Los Angeles Auto Show hat Ford keine Mühen gescheut und den Neuling direkt vor den Augen vom Elon Musks SpaceX auf dem Hawthorne Airfield vorgestellt. Zuvor wurden die Gerüchte aus Detroit angeheizt und als Ford bestätigte, dass der erste Stromer der Marke tatsächlich Mustang heissen wird – mit der Zusatzbezeichnung Mach-E –, fragten sich viele: Passt der Name dieser automobilen Legende, dieses US-Sportwagens schlechthin zu einem batterieelektrischen SUV?

Yes, indeed. Der Mustang scheint das ideale Zugpferd zu sein, um Ford in die Elektro-Ära zu führen. Und der Mach-E überträgt die Gene des legendären Pony Cars stilvoll auf die Proportionen eines sportlichen Crossovers. Für Bill Ford, Chef des US-Herstellers und Urenkel des Auto-Pioniers Henry Ford ist klar, dass das neue Modell ein Erfolg wird: «Auf der allerersten Auto Show in Detroit hatte Henry Ford einst verkündet, dass er an etwas arbeitet, das einschlagen würde wie der Blitz – damals war es das Model T. Heute stellen wir erneut ein Fahrzeug vor, das wie ein Blitz einschlagen wird».

Tatsächlich ist der Mustang Mach-E ein ernst zu nehmender Schritt in die Elektro-Ära, und die Eckdaten des 4,7 Meter langen Crossovers werden die Konkurrenz ins Grübeln bringen. Maximale Reichweite: 600 Kilometer. Ladezeit für 80 Prozent der Batterie: 40 Minuten. Das klingt fantastisch, aber: Der Einstiegspreis gilt für die heckgetriebene Version mit der kleineren Batterie (75 kW/h) und einer Leistung von 190 kW (258 PS). Doch selbst diese Variante schafft eine WLTP-Reichweite von 450 Kilometern. Die Allrad-Version mit einem zusätzlichen Elektromotor an der Vorderachse und 248 kW (337 PS) Leistung schafft mit der grösseren Batterie (99 kW/h) eine Reichweite von 560 Kilometer. Die ebenfalls allradgetriebene Topvariante GT, die erst für Sommer 2021 erwartet wird, hat einen grösseren E-Motor an der Vorderachse. Geladen wird mit bis zu 150 kW Gleichstrom, was den Elektro-Mustang auch für lange Strecken tauglich macht.

Die Batterieeinheit mit 288 oder 376 Lithium-Ionen-Zellen ist in einem wasser- und stossfesten Rahmen zwischen den Achsen im Fahrzeugboden untergebracht, was einerseits den Schwerpunkt des Autos senkt und andererseits den Radstand auf fast drei Meter streckt. Das ermöglicht viel Platz in einem modern gestalteten Innenraum. Dort fällt neben dem grossen, nach aussen gewölbten Glasdach (optional) vor allem der riesige, freistehende Hochkant-Bildschirm im Cockpit auf, auf dem die meisten Funktionen bedient werden. Da werden sich die Tesla-Fans schnell heimisch fühlen.

Kein Zufall: Ford will mit dem Mustang Mach-E in erster Linie den Marktführer aus dem Silicon Valley herausfordern. Und das Zeugs dazu hat der neue Elektro-SUV durchaus, auch wenn er Tesla ein paar Jahre hinterherhinkt und der Mach-E erst in einem Jahr auf die Strasse rollt. «Aber», entschärft Ford-Europachef Stuart Rowley den zeitlichen Rückstand: «Alle haben heute ein elektrisches Auto. Wir haben einen elektrischen Mustang!»