Energie Schweiz

e.GO Life – Elektrischer Fahrspass zum kleinen Preis

Das Start-up-Unternehmen e.GO mit Sitz in Aachen (D) plant Ende 2018 das rein elektrische E-Auto «e.GO Life», auf den Markt zu bringen. Von der Konkurrenz will man sich vor allem durch den Preis abheben.

An der CEBIT 2017 (Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation) hatte die e.GO Mobile AG ein neues Elektroauto vorgestellt. Der Kleinwagen trägt den Namen e.GO Life und wird in drei Leistungsstufen mit unterschiedlichen Batteriegrössen in den Verkauf kommen.

Dem allgemeinen Ruf, Elektroautos seien zu teuer, will man bei e.GO widersprechen.Prof. Dr. Günther Schuh, Chef der e.GO Mobil AG, meint zur Frage, weshalb der e.GO so günstig auf den Markt kommt: «Das beginnt mit dem Grundkonzept. Wir wollten ein Stadtauto bauen. Also genügen rund 100 Kilometer Reichweite und geringe Geschwindigkeiten. Deshalb reichen Anlassermotoren, die den e.GO bis Tempo 50 so schnell beschleunigen wie jedes andere Auto auch und maximal 100 km/h schaffen. Im Vergleich zu den Elektromotoren anderer Modelle sind sie sehr günstig. Gleichzeitig aber auch so sparsam, dass wir auch mit einer kleinen Batterie auskommen – das wiederum spart Gewicht. Der Rahmen besteht aus einfachen Vierkant-Aluprofilen und wir haben alles weggelassen, was man nicht braucht. Das gilt nicht nur für das Auto selbst. Auch bei der Produktion gehen wir neue Wege. Wir verzichten zum Beispiel auf ein Presswerk, welches allein eine Investition von rund 120 Millionen Euro darstellt. Unsere Karosserie produziert ein Kofferhersteller, der hochwertigste Thermoplastmaterialien benutzt. Diese sind elastischer als Metall und verdauen sogar einen Parkrempler. Und sie erlauben uns, auch auf die teure Lackierstraße zu verzichten.»

Der Elektroflitzer kostet in der kleinsten Stufe mit 20 Kilowatt 15'900 Euro. Die mittlere Variante mit 40 Kilowatt Höchstleistung liegt bei 17'400 Euro und die höchste Leistungsstufe mit 60 Kilowatt bei 19'900 Euro.
Die deutsche Firma Bosch ist Kooperationspartner der e.GO Mobil AG und verantwortlich für die Elektromotoren. Sie haben diese von 48 auf 230 Volt umgestellt. Die Basisversion mit 20 kW soll eine Reichweite von 140 Kilometern erreichen, die 40 kW-Variante 114 Kilometer und die 60 kW-Version 154 Kilometer. Der kleine Flitzer beschleunigt im Powermodell – dem Modell mit der höchsten Leistungsstufe – in 3.2 Sekunden auf Tempo 50 und in 8.6 Sekunden auf 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 152km/h.

Die schwächeren Versionen werden mit Höchstgeschwindigkeiten von 121 km/h bzw. 142 km/h angegeben. Die Batteriekapazitäten sollen 14,9 kWh, 17,9 kWh und 23,9 kWh betragen, was bei einer normalen Steckdose mit 230 Volt einer Ladezeit von sechs bis knapp 10 Stunden entspricht. An einem Schnelllader soll die Ladezeit auf 3 bis rund 4,5 Stunden sinken. Das Leergewicht wird mit Batterie auf 880 und 950 kg geschätzt.

Der e.GO Life kommt als Zweitürer mit einer 2+2-Sitzkonfiguration und misst in der Länge 3,35m, in der Breite 1,70 m und 1,57m in der Höhe.

E.GO forscht auch an Funktionen für das autonome Fahren und hat mit Bosch das Projekt «Automated Valet Parking» gestartet. Im Pilotprojekt sollen 12 Modelle so umgerüstet werden, dass sie an der Einfahrt eines Parkhauses abgestellt werden können und das Fahrzeug die Suche nach einem Parkplatz und das Parkieren selber übernimmt. Zudem soll es auch wieder selber aus dem Parkhaus herausfahren.
Momentan wird die Technologie dazu noch getestet, soll aber in absehbarer Zeit auch in die Kundenfahrzeuge integriert werden.

«Parkhäuser sind das Revier eines kompakten, wendigen Stadtautos wie dem e.GO Life. Mit dem Automated Valet Parking können wir noch mehr erreichen – nämlich bis zu 50 Prozent mehr Fahrzeuge in einem existierenden Parkhaus unterbringen. Für die Technik-Option im e.Go Life müssen die Kunden nur einen minimalen Aufpreis zahlen», sagt Prof. Dr. Günther Schuh.

Der Produktionsstart für das Fahrzeug wurde auf den November 2018 gelegt. Zunächst von 10'000 Autos im ersten vollen Produktionsjahr ausgegangen, spricht man bei e.GO nun davon, im 2019, 20'000 Autos zu produzieren.