Energie Schweiz

Wenn das E-Bike Wasserdampf spuckt

In Zusammenarbeit mit: „Ihre Tankstellen – Immer in Bewegung“ Partnercontent
Bereits zum vierten Mal in Folge ist co2tieferlegen als «Presenting Partner» am Genfer Autosalon vertreten. Im folgenden Artikel wollen wir euch unseren Kooperationspartner vom diesjährigen Auftritt am Automobilsalon vorstellen – die Erdölvereinigung (EV/UP).
An deren Stand befindet sich ein Gefährt, das in dieser Form erst seit wenigen Jahren existiert. Es handelt sich um ein sogenanntes E-Bike, das aber nicht nur durch Muskelkraft, sondern auch anhand eines mechanischen Antriebs in Gang gesetzt wird. Wir sprechen hier aber nicht von einem gewöhnlichen E-Bike, sondern von einem Wasserstoff-Fahrrad.
Entwickelt wurde das konzeptionelle H2-Bike von der Firma Linde Gas. Der Zürcher Maturand Florian Freund hat als Maturaarbeit dazu eine Betankungsapparatur entwickelt, mit der man das Bike an gewöhnlichen Wasserstofftankstellen betanken könnte. Florian wird dieses Jahr das H2-Bike von Linde am Autosalon in Genf auf dem Stand der EV präsentieren. Im Vorfeld an den Autosalon, der vom 07.-17. März 2019 in Genf stattfindet, konnten wir Herrn Freund ein Paar Fragen stellen.

Herr Freund, wie funktioniert der Antrieb dieses Wasserstoff-Bikes? 
Da es sich um ein E-Bike handelt, wird es natürlich durch elektrischen Strom angetrieben. Dieser stammt im Gegensatz zu konventionellen E-Bikes jedoch nicht aus einer Batterie sondern aus einer Brennstoffzelle. Diese wandelt Wasserstoff, der in einer Speicherflasche am Bike gespeichert wird zusammen mit Sauerstoff aus der Luft zu elektrischer Energie um, die dann den Motor antreibt. Als «Abgas» entsteht dabei einzig Wasserdampf.

Wie kam bei Linde die Idee zustande, ein Wasserstoff betriebenes E-Bike zu entwickeln? 
Die Automobilbranche hat schon seit einigen Jahren an der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie getüftelt. Seit wenigen Jahren werden nun auch Wasserstoff-Autos seriell produziert, die bezüglich Reichweite mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor mithalten können. Nun wollte die Firma Linde Gas anhand des Projekts «I run on hydrogen», aus welchem auch das H2-Bike entstand, die einfachen Prinzipien sowie die Vorzüge dieser Technologie aufzeigen. So liegt die Reichweite des H2-Bikes bei über 100 km. Und für eine volle Tankfüllung braucht man gerade einmal sechs Minuten.

Machen Wasserstoff betriebene E-Bikes im Alltagsgebrauch überhaupt Sinn?
Für den alltäglichen Gebrauch bieten solche E-Bikes kaum einen Vorteil, da nur sehr wenige Personen gegen 100 Kilometer pro Tag E-Bike fahren. Linde hat das Bike auch nicht deshalb entwickelt, viel mehr ging es darum die Prinzipien - hohe Reichweite und kurze Betankungszeit - der Wasserstoff-Mobilität aufzuzeigen. Aus diesem Grund ist zurzeit auch nicht geplant, dass das H2-Bike im Handel erscheinen wird. Schaut man jedoch auf die Anwendung bei Nutz- und Langstrecken-Fahrzeugen, so macht die Verwendung der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie durchaus Sinn.

Nun zurück zur von Ihnen entwickelten Betankungsanlage. Was war die grundlegende Idee, die zur Realisation dieser Anlage führte?
Die grundlegende Idee war, dass die vorhandene Infrastruktur – also Wasserstofftankstellen zum Betanken des Bikes genutzt werden können. Meine Entwicklung bestand nun darin, die für Autos ausgelegte Tankstelle mit dem Bike zu verbinden. Daraus entstand eine Art Adapter, der es ermöglicht, dass ein viel kleinerer Tank als vorgesehen an die Tankstelle angeschlossen werden kann. Damit das Konzept meiner Maturaarbeit aus praktischer Sicht auch Sinn machen würde, müsste das Wasserstoff-Tankstellen-Netz noch viel weiter ausgebaut werden.

Zurzeit ist vor allem die Batterie-Technologie ein grosses Thema in den Medien. Was denken Sie persönlich; werden sich auch andere Technologien, wie die Brennstoffzelle, die zurzeit noch ein Nischendasein fristen, in der Mobilität durchsetzen können?
Die Frage ist aus meiner Sicht nicht ob, sondern wann. Denn alle Technologien, seien sie schon weit verbreitet oder noch im Kommen haben ihre Vor- und Nachteile. So gibt es auch nicht die Technologie, die sich durchsetzen wird. Vielmehr denke ich, dass sich die jeweiligen Technologien in ihren spezifischen Anwendungsbereichen eingesetzt werden. Bis es aber so weit ist, muss noch viel getan werden. Dabei sollte man die Konsequenzen, wie beispielsweise den Rohstoffabbau, nicht ausser Acht lassen und weiterhin nach Lösungen suchen.