Energie Schweiz

Vom Staubsauger zum Elektroauto

Beim Staubsauger-Pionier stehen sowohl personelle als auch strategische Wechsel an: Einerseits muss die Nachfolge für Dyson-Gründer James Dyson vollzogen werden, andererseits betritt das Unternehmen aus dem Süden Englands Neuland mit dem Einstieg in die E-Auto-Branche. Durch diese Wachstumsstrategie gehen James und Sohn Jake das grösste Risiko der Firmengeschichte ein.

Bevor Jake in die Tätigkeiten des Familienunternehmens einstieg, machte er sich anderweitig einen Namen. Anders als bei anderen prominenten Vater-Sohn Beziehungen, stand Jake nicht im Schatten seines erfolgreichen Vaters. Jake ging stets seinen eigenen Weg. Sein erstes Steckenpferd war die Innenarchitektur, danach machte er sich erfolgreich mit LED-Leuchten selbständig. Erst im Jahr 2013 fand er den Weg ins Familienunternehmen in Malmesbury.

Die Fabrikationsstätte von Dyson befindet sich zwei Stunden westlich von London, im ländlichen Malmesbury. Sicherheit und Schutz vor Datenmissbrauch werden bei Dyson grossgeschrieben. Besucherinnen und Besucher müssen genaue Regeln befolgen, damit ihnen der Zutritt auf das Gelände gewährt wird. Daten wie die Marktanteile und Länderumsätze gelangen nicht an die Öffentlichkeit, obwohl sich diese durchaus sehen liessen. In der Schweiz macht Dyson ein Drittel des Staubsaugermarktes aus. Heute werden nebst Staubsaugern auch Händetrockner, Luftreiniger, Heizlüfter, Ventilatoren, Haarföhne und Jake’s Leuchten produziert.

Gemäss James Dyson soll das E-Auto 2020 auf den Markt kommen und eventuell noch im selben Jahr für den Verkauf bereitstehen. Es handle sich hierbei um keinen Sportwagen aber auch nicht um ein Billigfahrzeug. Höchstwahrscheinlich werde es auch gar nicht aussehen wie ein herkömmliches Auto.

Wenn man sich die ganzen Technologien vor Augen führt, die bei Dyson für die gesamte Produktpalette zum Einsatz kommen, dann ist die Entwicklung eines Elektrofahrzeuges gar nicht mehr ein so weit hergeholtes Ziel. Die Dysons verstehen viel von Aerodynamik, Luftreinigung, Luftbehandlung, Digitalmotoren und investieren laufend in die Robotik und die Entwicklung der Festkörperbatterie. Der neuste Elektromotor des Staubsaugers V10 dreht sich schliesslich acht Mal schneller als ein Formel-1-Triebwerk.

Für dieses ambitionierte Ziel arbeiten derweilen 400 Leute. Zusätzliche 300 sollen dieses Forscherteam noch erweitern. Dafür ziehen sie bald in einen lehrstehenden Hangar am Flughafen Hullavington.

Der Staubsaugerhersteller darf also durchaus positiv in die Zukunft und in Richtung Elektroautomarkt blicken.