Energie Schweiz

BMW NEXTGen

Elektrisierte Freude am Fahren

BMW will sich vom Autohersteller zum Tech-Konzern entwickeln. Mittelfristig setzen die Münchner dabei in erster Linie auf batterieelektrische Fahrzeuge.

Weltweit befinden sich die Autohersteller derzeit in einem gewaltigen Spannungsfeld: Zum einen der stete Druck und die Erwartungen der Investoren und Aktionäre, möglichst hohe Gewinne zu erzielen. Zum andern der politische Druck, die immer schärferen Richtlinien betreffend CO2-Ausstoss einzuhalten. Bei diesen Voraussetzungen die Zukunft nicht nur strategisch, sondern vor allem auch erfolgreiche zu planen, ist keine leichte Aufgabe. Die BMW Group (BMW, Mini und Rolls-Royce) gab unter dem Titel «NextGen» Ein- und Ausblicke, wie die Münchner die nahe Zukunft angehen.

Und natürlich steht auch bei BMW die Elektromobilität auf der Pole Position: Denn noch 2019 will BMW die Marke von einer halben Million verkauften Fahrzeugen mit Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Antrieb überschreiten. «Bis 2021 werden wir den Absatz elektrifizierter Fahrzeuge gegenüber 2019 verdoppeln», kündigte Noch-BMW-Chef Harald Krüger zudem voller Optimismus an. «Schon 2023 werden wir 25 elektrifizierte Fahrzeuge anbieten, also zwei Jahre früher als geplant».

Deutlich mehr als die Hälfte dieser Fahrzeuge wird rein elektrisch unterwegs sein. «Bis 2025 soll der Absatz unserer elektrifizierten Fahrzeuge jährlich um durchschnittlich über 30 Prozent steigen», so Krüger, der sich nicht für eine zweite Amtszeit bei BMW zur Verfügung stellen will. Schon in zwei Jahren wird das Portfolio der Bayern fünf rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge umfassen: Neben dem altbekannten i3 läuft noch in diesem Jahr die Produktion des Mini electric an, 2020 und 2021 folgen der iX3, der iNext und der i4.

Auch alle anderen Modellreihen mit Verbrennungsmotor werden laufend elektrifiziert. «Plug-in-Hybride werden dabei immer wichtiger», sagt Vertriebsvorstand Pieter Nota. Schon im Frühjahr hat BMW die Plug-in-Hybrid-Varianten von 3er- und 7er-Reihe sowie der SUV-Modelle X3 und X5 vorgestellt, die über eine leistungsstärkere Batterie und damit über eine grössere elektrische Reichweite verfügen. Noch in diesem Sommer werden auch der 5er und der 2er Active Tourer mit der neuesten Plug-in-Technologie ausgestattet, nächstes Jahr folgen der X1 und der 3er Touring.

Trotzdem: BMW befindet sich in einem Zwiespalt. Denn der Erfolg der Marke basiert schliesslich seit Jahren  primär auf der «Freude am Fahren» – da passen Visionen von autonom fahrenden Elektro-Shuttles (noch) nicht ins Bild. Für die Bayern kein Problem: Sie teilen die Mobilität von Übermorgen kurzerhand in die Begriffe «Ease & Boost» auf. «Ease» umschreibt dabei das autonome Fahren, bei dem sich die Passagiere entspannt zurücklehnen, «Boost» steht für die aktive Fahrfreude hinter dem Lenkrad. Diese beiden «Welten» illustrierte der Hersteller mit den Studien Vision iNext und Vision M Next. «Die meisten unserer zukünftigen Autos werden aber in beiden Bereichen glänzen», verspricht Vertriebsvorstand Nota.

BMW stellt sich also breit auf, entwickelt in unterschiedliche Richtungen – aber stets mit einem Ziel vor Augen: Das Autofahren soll, aller «Freude am Fahren» zum Trotz, lokal emissionsfrei werden. «Wir sehen die batterieelektrischen Fahrzeuge als Weg dahin», sagt Vertriebsvorstand Pieter Nota. «Zumindest bis 2030. Dann könnte sich auch die Brennstoffzelle durchsetzen.» Kein Wunder also, dass BMW dazu unlängst Kooperationen eingegangen ist. Unter anderem mit Toyota».