Energie Schweiz

BMW i8 Coupé

Mit dem BMW i8 über den Klausenpass

Dank Plug-in-Hybridtechnologie und mit futuristischem Design setzt sich der BMW i8 ein hohes Ziel: Er will die Fahrleistung eines Sportwagens mit dem Verbrauch eines Kleinwagens kombinieren. Hält er sein Versprechen im Test?

Er war der erste Plug-in-Hybridwagen von BMW: der i8 Coupé. Knapp vier Jahre nach seiner Ersteinführung, wurde er kürzlich einem Facelift unterzogen. Obwohl die optischen Modifikationen behutsam ausfallen, ist er mit seinem aerodynamischen Design bis heute noch der Zeit voraus – nicht zuletzt wegen den nach oben schwingenden Flügeltüren. Ist der enge Einstieg ins Auto geschafft, erwartet den Fahrer/die Fahrerin eine schlichte, aber dennoch luxuriöse Ausstattung. Das Infotainment kommt mit der neusten iDrive-Software im Kacheldesign daher und lässt sich – wie auch das Navigationssystem – per Touchscreen bedienen. Beim Tachometer verändert sich das Design der Anzeigen je nach Fahrmodus und auch die Lade- und Reichweitenanzeige ist im Blickfeld untergebracht. Trotz seiner vielversprechenden Optik lässt der Wagen aufgrund des 1,5 Liter Dreizylindermotors Zweifel darüber aufkommen, ob er halten kann, was er verspricht. Da hilft nur eins: selbst testen. Bei einer Testfahrt von Zürich auf den Klausenpass und wieder zurück.

Dank der Verbindung aus einem 143 PS-Elektromotor in der Front mit dem 234 PS-Verbrennungsmotor im Heck, kommt der i8 auf eine Leistung von 374 PS und beschleunigt gemäss Werksangaben von BMW in nur 4,4 Sekunden von 0 auf 100. Daraus resultiert ein dynamisches Fahrgefühl, wie es zu einem Sportwagen passt. Er kann aber auch anders: Mit aktiviertem eDrive-Button wird der BMW i8 nur über die Vorderachse angetrieben, was ein kaum hörbares und emissionsfreies Befahren von Quartierstrassen ermöglicht. Damit dieses leise Fahren aber keine Gefahr für die Fussgänger und Fussgängerinnen darstellt, ist der i8 mit dem seit Juni gesetzlich vorgeschriebenem Warnton ausgestattet. Rein elektrisch fährt er maximal 120 km/h und hat laut WLTP-Testverfahren eine Reichweite von 53 Kilometern. Für kürzere, ebene Strecken ist ein reiner Vorderantrieb also kein Problem. Beim Versuch, die Passhöhe mit eDrive zu befahren, schwindet die Reichweite hingegen schneller.

Der BMW i8 verfügt – insbesondere im Eco Pro Modus - über eine erstaunliche Rekuperationsfähigkeit, die für die Reichweitenerweiterung des Elektromotors optimal genutzt werden kann. So schafft es der Wagen in der etwa halbstündigen Passabfahrt des Klausenpasses fast zwanzig Kilometer elektrische Reichweite zurückzugewinnen. Und die nächste Ladestation ist selten weit entfernt. Der Hochvoltspeicher, der mittig vom Fahrzeugboden verbaut ist, lässt sich über ein Typ-2-Ladekabel an die europäischen Standard-Ladesäulen oder über ein Adapterkabel mit Schutzkontaktstecker an die Haushaltsteckdose laden – klingt ganz praktisch. Für eine Schnellladung ist der Wagen mit einer maximalen Ladeleistung von 3,7 Kilowatt nicht ausgerüstet und so müssen für eine volle Batterie rund vier Stunden eingeplant werden.

Auf längeren Strecken ist eine Kombination aus beiden Antrieben daher naheliegend – der Comfortmodus gilt auf der Probefahrt als geheimer Favorit. Die Federung ist etwas weniger straff als beim Sportmodus und gewährleistet damit dem Fahrer und Beifahrer optimalen Fahrkomfort und trotzdem ein sportliches Fahrgefühl. Dies schlägt sich auch im durchschnittlichen Benzinverbrauch nieder: auf der gewählten Strecke liegt dieser mit rund 7,5 Litern zwar über dem Verbrauch eines Kleinwagens. Der Wert ist im Vergleich zu anderen Sportwagen mit vergleichbarer Leistung aber tiefer. .

Unser Fazit zum Schluss: Modelle mit Plug-in-Hybrid-Antrieb begeistern durch innovative Technologie und bieten viel Fahrspass. Wirklich effizient sind die Modelle aber nur, wenn der Grossteil der Strecken ausschliesslich elektrisch gefahren werden kann. Dies bedingt, dass genügend Lademöglichkeiten vorhanden sind – zu Hause oder am Arbeitsplatz. Und dass das Auto dann auch effektiv geladen wird.

Um die Ladeinfrastruktur am Arbeitsplatz zu fördern hat BMW das Projekt plug@work lanciert.