Energie Schweiz

Besuch Leser-Reporter am Autosalon Genf 2019

Im Februar haben wir einen Aufruf für einen Leser-Reporter auf unserer Facebook-Seite gemacht, der während den zwei Pressetagen den Automobil-Salon Genf für euch erkundet. Wir hatten uns für Artiom und seinen besten Kollegen Gregory entschieden. Im Folgenden präsentieren sie ihre Eindrücke:
Mein Besuch am Automobil-Salon Genf 2019 von Artiom Voronine

Nachdem ich zwei Tag am Salon verbracht habe, kann ich sagen, dass ich viele gute Sachen gesehen habe. Jahr für Jahr überraschen mich die sogenannten «Concept Cars». Das sind Prototypen von Autos, die in Zukunft vielleicht auf unseren Strassen unterwegs sein werden. Sie kommen meistens in einem futuristischen Design und einem eher schlichten Cockpit daher.

Nehmen wir als Beispiel die Firma Schare2Drive, die ein elektrisches Fahrzeug mit dem Namen Sven fürs Carsharing konzipiert hat. Es handelt sich hierbei um ein Auto, das von aussen her einem Smart ähnelt, aber mit drei nebeneinanderliegenden Sitzen ausgestattet ist. Nachdem man den «Sven» reserviert hat, kann man via Smartphone die Innentemperatur, die Playlist und noch viele weiter Sachen konfigurieren. Dieses Fahrzeug hat eine maximale Geschwindigkeit von 120 km/h und eine Reichweite von bis zu 140 km. Es ist ein Fahrzeug für die Rushhour, also geeignet für Pendler, die meist nicht allzu lange Strecken zurücklegen und nicht viel Platz benötigen. Das Prinzip des Carsharings scheint mir daher, eine effiziente Lösung gegen vielerlei Probleme zu sein. Dies insbesondere, wenn eine solche Fahrzeugflotte eingesetzt wird, die eben lokal keine Emissionen verursacht. Die Kommerzialisierung des «Sven» soll zwischen 2021 und 2025 erfolgen. Einige Städte haben bereits jetzt Interesse am Konzept gezeigt.

Bezüglich Innovationen im Bereich der Energieeffizienz habe ich mich zunächst mit Erdgas beschäftigt. Dieser Treibstoff stösst weniger Emissionen aus als die traditionellen Treibstoffe Benzin und Diesel. Leider konnte sich diese Technologie bisher noch nicht gross verbreiten. Wendet man den Blick auf die elektrischen Antriebstechnologien so erlangen diese zur Zeit viel eine grössere Aufmerksamkeit seitens der Hersteller. Die Fahrzeughersteller haben erkannt, dass es sich dabei um einen wachsenden Markt handelt, und sie dem Branchen-Primus, Tesla, nicht hinterherhinken dürfen. Zusätzlich machen die sich stetig verschärfenden Gesetze den Absatz von Fahrzeugen mit stark reduzierten Emissionswerten für die Hersteller notwendig. Einige von ihnen wie beispielsweise Smart haben sogar angekündigt, die Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor innerhalb der nächsten Jahre komplett einzustellen.

Seitens der rein-elektrisch betriebenen Autos hat beispielsweise der Fahrzeughersteller Audi, den e-Tron gleich in zwei Versionen, als GT und als Q4 präsentiert. Bei Honda soll das Konzept Urban EV bis Ende Jahr vorbestellt und im 2020 ausgeliefert werden können. Der Grossteil der Automobilhersteller setzt jedoch nicht nur auf rein-elektrisch betriebene Fahrzeuge sondern auch auf Hybrid-Modelle, wie beispielsweise Toyota mit dem neuen Corolla Hybrid. Dieser Antrieb erlaubt es dem Fahrzeug in städtischen Gebieten im Stopp and Go-Verkehr z.T. (und nur für kurze Strecken) elektrisch herumzukurven, während auf den grossen Hauptstrassen und Ausserorts der Verbrennungsmotor den Antrieb unterstützt.

Nun zur allgemeinen Stimmung während den Pressetagen. Die Anzahl der Besucher war natürlich viel geringer als während den Publikumstagen, was natürlich sehr cool war, da man sich in Ruhe alles anschauen konnte. Wir hatten auch die Möglichkeit, in Luxus-Fahrzeuge einzusteigen. An den Publikumstagen ist dies nicht möglich. Es schwirren dann zu viele Leute umher. Die Autos werden aus jedem nur möglichen Winkel fotografiert und bestaunt.

Es war auch das letzte Jahr, dass André Hefti die Leitung des Genfer Automobil-Salons innehatte. Olivier Rihs wird den Posten übernehmen.

Nicht nur die Automobilbranche ist im Wandel sondern auch der Automobil-Salon selber. Dies konnte man daran erkennen, dass Messeauftritte wichtiger Player der Automobilbranche ausblieben.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass für mich persönlich am Salon nichts gefehlt hat. Es hat sehr Spass gemacht durch die Gänge der verschiedenen Stände zu schlendern. Bei den Herstellern ist ein Wandel in Richtung Energieeffizienz bei ihren Fahrzeugen deutlich erkennbar. Ich bin überzeugt, dass es in Zukunft immer noch mehrere Antriebsarten geben wird, die sich gegenseitig konkurrieren. Wir werden es mit einem Mix aus den heute schon bestehenden Antriebsarten (hybrid, rein-elektrisch, Wasserstoff und Erdgas) zu tun haben. Auch wenn letztere beide noch nicht in grosser Anzahl auf den Strassen anzutreffen sind, so kann ich in ihnen trotzdem grosses Potenzial erkennen. In Zukunft müssen aber auch die Preise der alternativ betriebenen Fahrzeuge sinken, damit sie für alle erschwinglich werden. Denn nur so können sie die Massen erreichen.