Energie Schweiz

Batterien Made in Europe

Northvolt

An der aktuell laufenden Automobilmesse IAA in Frankfurt zeigt sich, dass die Elektrifizierung der Mobilität stark voranschreitet. Dies wird sich auch im Bedarf an Batteriezellen widerspiegeln: bis ins Jahr 2025 dürfte sich dieser weltweit verdoppeln. Aktuell stammt der grösste Teil der Batterien aus Asien – insbesondere China und Südkorea. Die EU hat die Bedeutung der Batteriezellfertigung auch erkannt und will diese daher verstärkt fördern.

Die Europäische Kommission schätzt, dass das Marktpotential für in Europa produzierte Antriebsbatterien für Autos bis Mitte des nächsten Jahrzehnts bis auf 250 Milliarden Euro steigen wird. Aus diesem Grund hat die Europäische Kommission im Oktober 2017 die «EU Battery Alliance» ins Leben gerufen: "Europa investiert in einen wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Batteriesektor. Wir wollen einen Rahmen schaffen, der einen sicheren Zugang zu Rohstoffen, die Unterstützung technologischer Innovationen und einheitliche Regeln für die Batterieproduktion umfasst. Wir streben eine starke Batterieindustrie an, die zur Kreislaufwirtschaft und sauberen Mobilität beiträgt. erläutert Kommissarin Elżbieta Bieńkowska das Vorhaben. Die Ziele sollen mit dem Know-how aus der Batterieforschung und in Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie erreicht werden.

Wie dies aussehen könnte, zeigen der Volkswagenkonzern und Northvolt. Die beiden Firmen sind Anfang September ein Joint Venture für Batterieproduktion eingegangen. Gemeinsam wollen sie eine Fabrik zur Produktion von Lithium-Ionen-Batterien aufbauen. Das geplante Werk in Salzgitter (Niedersachsen) soll mit der Produktion um den Jahreswechsel 2023/2024 starten und zu Beginn eine Jahresleistung von 16 Gigawattstunden haben.

Die beiden Gründer von Northvolt, Paolo Cerruti und Peter Carlsson, bringen viel Erfahrung im Bereich Batterietechnologie mit: Beide waren bei Tesla beschäftigt und kennen die Herausforderungen und Chancen der Elektromobilität bestens. Es scheint, als hätten sie nicht nur reichlich Erfahrung und Innovationsgeist, sondern auch das Gespür, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Denn auch BMW galt von Anfang an als Förderer der Entwicklung von Batteriezellen und von Northvolt. Dass Weltkonzerne wie Volkswagen und BMW zu Northvolt stehen, ist ein sehr wichtiges Glaubensbekenntnis.

Gegen die Konkurrenz aus Asien, die mittlerweile auch in Europa Standorte aufbaut, will sich Northvolt durch eine nachhaltigere Batteriezellfertigung differenzieren. So verspricht Northvolt eine grüne Produktion mit Strom aus Wasserkraft und 75 Prozent weniger CO2-Ausstoss aufzuziehen. Viele weitere benötigte Materialien sollen möglichst in der Umgebung der Fabrik gewonnen werden oder aus Norwegen und Finnland stammen.