Energie Schweiz

Autodesign: früher und heute

Das Auge fährt mit

Design spielt seit der ersten Serienproduktion von Autos eine wichtige Rolle. Natürlich wollten Carl Benz und Gottlieb Daimler erst einmal ausgewählte Kunden mit dem ersten patentierten Strassenfahrzeug mit Ottomotor von A nach B bringen. Henry Ford ging einen Schritt weiter und wollte durch die erste Serienproduktion diesen Luxus für einen grösseren Teil der Gesellschaft ermöglichen. Stetig wurden die Fahrzeuge stärker, sicherer und leistungsfähiger. Getüftelt wurde aber nicht nur an der Karosserie und Technik.

Seit sich das Automobil als Transportmittel für die breite Masse etabliert hat, nahm die Zahl der Hersteller mit verschiedenen Modellen auf der ganzen Welt rasant zu. Dies führte dazu, dass der Konkurrenzkampf unter den Marken immer härter wurde. Den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kunden versuchte man durch technische Details, Zusätze und verschiedene Modellvariationen gerecht zu werden. Im Laufe der Zeit kamen aber auch immer weitere Bedürfnisse hinzu. Werte wie Komfort, Fahrspass, Kosten, Verbrauch und Design dienen den einzelnen Marken als möglicher Fokus, eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen und sich dort von der Konkurrenz abzuheben. Für jedes Modell hecken die Tüftler der Autohersteller neue Details aus.

Der Fortschritt der Technik macht gewisse Designaspekte der ursprünglichen und weit etablierten Form des Autos überflüssig. Und trotzdem blieb die Grundstruktur des Autos über die Jahre mehrheitlich konstant. Jeder erfolgreiche Autohersteller verfügt aber über ein «Markenzeichen», das sich unter anderem häufig auch im Design zeigt. Entsprechend erfüllen bestimmte Aspekte keine technische Funktion, sondern übermitteln eine Markenbotschaft. Bei dieser spielen besonders psychologisch begründete Faktoren eine Rolle, wie beispielsweise der Status und die Emotionalisierung, die durch den Sound, die Optik und sonstige Wiedererkennungsmerkmale hervorgerufen werden.

Die Optimierung der Leistung und die gleichzeitige Einsparung von Kraftstoff sowie die Etablierung neuer Antriebe wie zum Beispiel der Elektro-, Hybrid- oder Wasserstoff-Antrieb haben und werden künftig noch das Design des Automobils verändern.

Im Folgenden gehen wir etwas genauer auf diese Veränderungen ein, dabei nimmt die Elektromobilität als die treibende Technologie unter den alternativen Antrieben eine zentrale Rolle ein:

Karosserieform – alte Gewohnheiten bleiben
Durch das Wegfallen des Motors ist eine lange Nase beim Elektroauto eigentlich unbegründet, dafür kann die A-Säule weiter vorne angesetzt werden und der Radstand wird länger. Ein schnittiges, tiefergelegtes Auto wird daher vor allem aus Gründen des bekannten und geschätzten Designs weiterhin angestrebt.

Karosserie – je leichter desto weiter
Bei alternativen Antrieben gilt je weniger Gewicht und Widerstand desto besser die Reichweite. Deshalb werden Pneus schmaler und das Fahrgestell leichter – Carbon anstatt Metall. Während der Auspuff bei der Elektromobilität weg fällt, bleibt der Kühlergrill meistens erhalten, obwohl beide Elemente bei Elektroautos keine Funktion mehr erfüllen. Die Felgen werden schmaler und aerodynamischer, um so die Reichweite vergrössern zu können.

Sound – Die Zukunft gehört den simulierten Geräuschen
Die meisten alternativbetriebenen Autos sind bedeutend leiser unterwegs als herkömmliche Verbrenner und die Elektrofahrzeuge geben gar nur ein leises Surren von sich. So verlangt die EU, dass ab Juli 2019 alle neu entwickelten Elektroautotypen beim Anfahren bis 20 km/h sowie beim Rückwärtsfahren über ein akustisches Warnsystem verfügen, auch in der Schweiz. Ab Sommer 2021 darf dann kein Hybrid- oder reines Elektrofahrzeug mehr ohne ein solches Akustiksystem vom Fliessband laufen.

In Zukunft werden sich Autos weiterentwickeln, das hat die bisherige Autogeschichte klar aufgezeigt. Mit der Geschichte hat sich aber auch, wie bereits erwähnt, die optische Grundstruktur in der Gesellschaft etabliert – die Motorhaube, je nach Karosserie-Aufbauart einen variierenden Radstand und Säulen-Aufbau und hinten der Kofferraum, dessen Grösse und Bauart ebenfalls variieren kann. Kleinwagen, Kombi und SUV haben sich in den Jahren genauso durchgesetzt wie die Limousine und das Coupé. Mit der rasanten technischen Entwicklung, die die Autobranche durchmacht, kann das alteingesessene Bild, wie ein Auto auszusehen hat, in Zukunft herausgefordert werden.