Energie Schweiz

AC/DC rocken das Elektroauto

Bald steht der Audi e-tron parat. Damit seine E-Motoren stets ausreichend «Saft» haben, wurden aufwendige Ladesysteme entwickelt.

Der Prototyp Audi E-tron im Hochspannungsprüffeld von Siemens im Schaltwerk Berlin. 

Wenn Audi gegen Ende Jahr den Elektro-SUV e-tron auf die Strasse bringt, soll nicht nur das Auto überzeugen, sondern auch die damit zusammenhängende neue Technologie. Ein Element um die Autokundschaft zu überzeugen ist das Laden der Batterie. Dieser Vorgang muss einfach von statten gehen. Im Idealfall soll zuhause komfortabel und kostengünstig Strom gezapft werden können und gewährleistet sein, dass die Wartezeiten zum Aufladen der Batterie auf einer weiten Fahrt nicht zu lange sind.

„80 bis 85 Prozent aller Ladevorgänge werden typischerweise Zuhause stattfinden“, sagt Anno Mertens, Produktmanager Elektrifizierung bei Audi. Dafür rüstet sich Audi mit den Ladesystemen Compact oder Connect, die das Laden mit Leistungen von 11 respektive 22 kW an der Haushaltsteckdose erlauben. Bei dieser Ladeart, bei der die Ladedauer keine grosse Rolle spielt, fliesst Wechselstrom –Alternating Current (AC) sagt der Techniker. Ladezeit und Ladeleistung können dabei in Abhängigkeit vom aktuellen Strompreis und vom Stromverbrauch im Haushalt geregelt werden. Zudem kann der Kunde mit der myAudi-App einen Timer für die Abfahrtszeit anlegen, so dass der Audi e-tron-Prototyp zum gewünschten Zeitpunkt geladen und/oder vorklimatisiert ist. Zusätzlich zeigt die App Lade- und Fahrdaten an.

Für die Ladevorgänge, die unterwegs erfolgen und deshalb möglichst wenig Zeit beanspruchen sollten, entsteht derzeit europaweit ein Netz mit leistungsstarken Ladestationen. Schnellstes Laden ist aber nur mit Gleichstrom möglich – Direct Current (DC). Damit schon bald möglichst viele Elektroautos von der neuen Infrastruktur profitieren können, hat der VW-Konzern mit Audi und Porsche sowie mit den Herstellern BMW, Daimler und Ford das Gemeinschaftsunternehmen Ionity gegründet. Bis Ende Jahr sollen rund 200 DC-Säulen mit einer Leistung von 150 kW bereitstehen, und bis 2020 sind 400 DC-Säulen geplant. Das Laden der E-tron-Batterie an einer solchen Ladesäule dauert dann nur gerade 30 Minuten. Mit der grossen, 700 Kilogramm wiegenden Batterieeinheit am Fahrzeugboden fährt der Audi E-tron nach Normzyklus WLTP dann rund 400 Kilometer weit.

Die Audi Charging Service Card soll dazu möglichst grossen Komfort inklusive automatischer Abrechnung bieten. Ab 2019 wäre dann auch die nächste Stufe mit dem System Plug & Charge geplant, die diese Karte überflüssig macht. Und in einem nächsten Schritt sollen mit Ladeleistungen bis über 300 kW Füllzeiten von nur noch zehn Minuten Realität werden.