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E-Star ohne Allüren

Der Jaguar I-Pace ist einer der Stars der Geneva International Motor Show 2018. Vor der Premiere legten 200 Prototypen in 11'000 Stunden 2,4 Millionen Testkilometer zurück. Wir sind mitgefahren.

Ein Jahr nach der Präsentation der Studie i-Pace Concept auf der LA Auto Show 2016 war Jaguar Anfang Dezember mit einem seriennahen Prototyp des elektrisch angetriebenen Performance-SUV zurück in der kalifornischen Metropole. Auf dem Programm standen finale Reichweiten- und Ausdauertests, bei denen das erste elektrisch angetriebene Modell von Jaguar unter anderem bereits eine Strecke von 320 Kilometern ohne Nachladen absolvierte. Beste Voraussetzungen für eine gelungene Weltpremiere im Frühjahr 2018 am Genfer «Auto-Salon». 


Doch der Jaguar dürfte nicht nur zum Showstar in Genf werden, sondern auch die wachsende Gemeinde der Elektrofans begeistern. Bereits Monate vor der Weltpremiere im März 2018 haben Tausende potentielle Kundinnen und Kunden auf der Webseite von Jaguar den Button «Ich will einen» gedrückt, um entweder eine Anzahlung zu leisten oder ihr ernsthaftes Interesse am ersten elektrisch angetriebenen Jaguar zu äussern.

2,4 Millionen Testkilometer
Einige US-Interessenten wurden von Jaguar ausgewählt, die I-Pace-Ingenieure bei den abschliessenden Validierungsfahrten mit den produktionsnahen Prototypen zu begleiten. Ann Voyer aus Pasadena (Kalifornien, USA) wollte von Jaguar wissen, ob der Stromer in der Lage sei, ihre Lieblingsroute entlang der kalifornischen Westküste zu absolvieren. Zur Beantwortung ihrer Frage nahmen die Testfahrer Ann auf einen Langstrecken-Reichweitentest mit. Ergebnis: Mit einer Ladung aus den Lithium-Ionen-Akkus gelang es, die rund 320 Kilometer zwischen dem Sunset Boulevard in Los Angeles und Morro Bay im San Luis Obispo County ohne Zwischenstopp zum Nachladen zurückzulegen. 

«Nach 2,4 Millionen Testkilometern ist der i-Pace bereit für die Serienproduktion», bestätigt Ian Hoban, Jaguar Baureihendirektor. «Er hat bewiesen, dass er mit nur einer Batterieladung sehr lange Distanzen abspulen kann. Auch das Laden der Akkus wird sehr schnell vonstattengehen – unser Ziel ist ein Aufladen auf 80 Prozent der Kapazität in der Dauer einer Kaffeepause.»

Die finalen Spezifikationen des Fahrzeugs und die Preise wird Jaguar im März 2018 anlässlich der Geneva International Motor Show bekanntgeben. Aber «Tacho»-Testfahrerin Nina Vetterli, die Mitte Dezember in England für co2tieferlegen mit dem Stromer unterwegs war, zieht schon jetzt ein positives Fazit: «Der I-Pace überrascht mit seinem geschmeidigen Fahrwerk, liegt aber zugleich gut in der Kurve, weil die Batterien im Unterboden für einen tiefen Schwerpunkt sorgen. Das macht er besser als der F-Pace. Das Auto hat Kraft ohne Ende, aber das dient eher der Souveränität als der verrückten Beschleunigung – Jaguar bietet keinen ‚Ludicrous-Mode’ an wie Tesla. Das Auto hat keine Allüren. Very british, very refined!»