Energie Schweiz

Wo die Zukunft vom Band rollt

Volkswagen betreibt in Dresden eine gläserne Werkstätte, wo der eGolf vor den Augen der Besucherinnen und Besucher zusammengesetzt wird. Im laufenden Betrieb bietet VW Führungen an und ermöglicht es den Besuchergruppen, die Mobilität der Zukunft interaktiv zu erleben. Die Manufaktur stellt jedoch nicht nur eine blosse Besucherattraktion dar, sondern ist auch ein Zentrum, in dem Ideen für die zukünftige Mobilität gesammelt und entwickelt werden.

Während es unten in der Fabrikhalle rattert, herrscht in den Schulungsräumen inmitten der Fabrikhalle gespannte Stille. Schulklassen hören sich hier neugierig kurze Präsentationen an und können sich selbständig anhand von Experimenten mit der Mobilität der Zukunft befassen. Einige Stockwerke oberhalb, im Centre of Future Mobility, werden Versuche gestartet, die bereits gesponnenen Ideen in die Realität umzusetzen. Dort haben jeweils sechs Teams die Möglichkeit, ihre innovativen Ideen zur Mobilität der Zukunft weiterzuentwickeln. Ihnen steht sowohl ein Budget als auch die Unterstützung von Fachleuten seitens VW zur Verfügung.

Das ETH Spin-off Embotech stellt eines der ersten Teams, das ihre Idee dort umsetzen darf. Sie entwickeln eine Softwarelösung, die das komplettautonome Fahren von Autos im Strassenverkehr ermöglichen soll. Für viele mag es nach keiner bahnbrechenden Innovation klingen, da schon viele Forschungsteams in diesem Bereich arbeiteten. Einen weltweiten Durchbruch wurde jedoch bis heute noch nicht festgestellt. Die Zürcher gehen einen neuen Weg und programmieren nicht unzählige Standardsituationen und lassen auch keine selbstlernenden Programme laufen. Viel mehr bauen sie auf mathematischen und physikalischen Berechnungen und Prinzipien auf. Das ETH Spin-off ist mit seinen innovativen Softwarelösungen auch in anderen Bereichen, wie dem Energie-Management und bei Projekten der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) beteiligt.

So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass neben VW auch die Stadt Dresden, die das VW-Werk mitten in der Stadt beherbergt, grosses Potential im Future Mobility Inkubator sieht. Die Stadt möchte als Anziehungspunkt für innovative Firmen und Startups zukünftig noch bekannter werden. Derzeit dient Dresden somit auch als Testregion für das 5G-Netz und beteiligt sich aktiv am Networking.

Unterdessen werden weiterhin die Komponenten für die eGolf mit der Gütertram zum Werk in die Stadt geliefert. Täglich rollen 72 aus diesen Teilen gefertigte eGolfs vom Band. Der Kunde kann sein eGolf, wenn er dies so wünscht, direkt vor Ort abholen und sich somit von der Mobilität der Zukunft inspirieren lassen.

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