Energie Schweiz

Die Geschichte des Autos Teil 2

Vom Beginn der Massenmobilität zum co2tiefergelegten Auto

Die verschiedensten Antriebskonzepte fochten über viele Jahre miteinander, bis sich schliesslich der Verbrennungsmotor als Antriebtechnologie durchgesetzt hatte. Er ist ein zuverlässiger Antrieb, mit hoher Reichweite. Ebenfalls ausschlaggebend für seinen Erfolg waren die ersten Erdölvorkommnisse, die zu dieser Zeit in den USA gefunden wurden. Zudem galt der Verbrennungsmotor mit seinem komplexen Getriebe und dem Lärm, den er verursacht, als Symbol für Männlichkeit und Stärke. Doch auf dem Weg zur Massenmobilität waren Optimierungsprozesse notwendig, um das Auto für eine grössere Anzahl Menschen erschwinglich zu machen.

Henry Ford wird weltweit als der Gründervater der Massenmobilität bezeichnet. Er setzte sich das Ziel «die Welt auf Räder zu stellen», also den Besitz eines Autos nicht nur den gutbetuchten zu ermöglichen, sondern ein Fahrzeug für die Allgemeinheit zu bauen. Zur damaligen Zeit waren die Kosten in der Produktion aller Fahrzeughersteller hoch, einerseits weil die Autos eines nach dem anderen zusammengebaut wurden und andererseits waren die Mechaniker speziell ausgebildete Fachkräfte, die jedes einzelne Fahrzeug vom Fahrgestell aufwärts, also vom Chassis bis zum Dach komplett von Hand montierten. Nun hatte Henry Ford die Idee, die Produktivität durch systematische Produktionsabläufe zu steigern. Es wurden Arbeiter an festgelegten Stationen positioniert und das entstehende Auto auf einem fahrbaren Gestell von der einen zur nächsten Arbeitsstation überführt. Damit nicht nur spezialisierte Fachkräfte für die Montage verwendet werden konnten, entwickelte Henry Ford viele Komponenten, die einfach austauschbar waren und somit auch von ungelehrten Fachkräften verbaut werden konnten. Diese Effizienzsteigerung wurde auf alle Bereiche ausgeweitet, bis Henry Ford sagte: «Alles im Werk ist im Fluss». Und so rollten zu Spitzenzeiten alle 10 Sekunden ein fixfertiges Ford Modell T vom Stapel.

Mit der Suezkrise von 1951, der ersten Energiekrise, die vor allem Europa betraf, wurde das Ziel eines möglichst geringen Kraftstoffverbrauches in den Vordergrund der Fahrzeugentwicklung gestellt. So wurde beispielsweise der Mini ins Leben gerufen. Ein material- und somit gewichtssparendes ergo treibstoffsparendes Auto. Er entwickelte sich von der anfänglichen Idee des Autos mit Sparpotenzial zum kleinen Familien-Kult-Auto. Seit der Übernahme von BMW (2001) wird dieses in einer modernisierten Auflage mit etwas mehr Platz als die originale Version produziert – der kleine Racker geniesst jedoch weiterhin auch im neuen Look Kultstatus.

Doch wenn es um den Spitzenplatz bei der Platzeinsparung geht, dann überholt der Peel P50 wohl gerade knapp noch den BMW Isetta. Mit gerade einmal 1.3 Meter Länge, 99 Zentimeter Breite und knapp 1.2 Meter Höhe ist der P50 ein Kleinst-Gefährt, das in viele Personenlifte passt. Mit 59 Kilogramm und einer Haltestange am Heck kann es gar auf den beiden Vorderrädern rollend von Hand gezogen werden. Dieses Zwerglein unter den Zwergen wurde lediglich in einer Auflage von 120 Stück im Zeitraum von 1961-63 auf der britischen Insel, Isle of Man, produziert.

In der heutigen Zeit fallen die Autohersteller eher weniger durch möglichst kleine Fahrzeuge auf. Diesem Trend wirkt der Kickboard-Hersteller Micro mit seinem kleinen, elektrisch betriebenen Fahrzeug, dem Microlino, entgegen.

Mit dem Aufblühen der Wirtschaft in der Nachkriegszeit, insbesondere in der westlichen Welt, tauchte ein anderes Problem, die Luftverschmutzung, verstärkt auf. In Grossstädten entstand so, aus den Abgasen der Autos, Heizungen und anderen Emissionsquellen bei bestimmten Wetterlagen, Smog. Dieser ist eine hohe Abgaskonzentration, die stark gesundheitsgefährdend ist. Um diese Problematik zu mindern, wurde seit den 1980er-Jahren in immer mehr Ländern das Einbauen eines Abgaskatalysators vorgeschrieben.

Der Klimawandel ist auch heute ein omnipräsentes Thema. In der Schweiz ist der Verkehr für rund einen Drittel der CO2-Emissionen verantwortlich und drei Viertel davon sind auf Personenwagen zurückzuführen. Aus diesem Grund werden in der Automobilindustrie immer verstärkt alternative Antriebe gefordert. Bereits 1997 leistete Toyota mit dem ersten Grossserienfahrzeug mit Hybridantrieb, dem Prius, Pionierarbeit. Heute sind sie weltweit nicht mehr von den Strassen wegzudenken und Toyota hat weltweit bereits 12 Millionen Fahrzeuge mit Hybridtechnologie verkauft.

Wenn es um die Vermarktung von batterieelektrischen Fahrzeugen geht, ebnete beispielsweise der Fahrzeughersteller Tesla den Weg. Heute sind viele der traditionellen Hersteller auf denselben Zug aufgesprungen und bieten eigene Modelle mit Elektroantrieb an. Spannende Modelle sind bereits auf dem Markt und in den kommenden Monaten werden weitere lanciert, so z.B. der neue, vollelektrische Audi e-tron. Die ersten wasserstoffbetriebenen Fahrzeuge wurden bereits auf dem Markt eingeführt. Nicht zu vergessen sind Erdgasfahrzeuge, die bereits seit vielen Jahren serienreif auf dem Markt sind und ebenfalls eine interessante Alternative darstellen. In den kommenden Jahren werden wir einen Mix aus verschiedenen Antriebstechnologien haben, die stetig an Bedeutung gewinnen. Nicht umsonst wurde mit dem Jaguar I-Pace zum zweiten Mal in Folge ein Elektroauto zum «Schweizer Auto des Jahres» gekürt.