Energie Schweiz

Strom aus Strassenlaternen - ein Zukunftsmodell?

Das im Jahre 2008 gegründete Start-up Unternehmen Ubitricity ist gerade in diesen Tagen, in denen Elektorautos in aller Munde sind, mit ihrem innovativen Konzept zur sauberen Elekromobilität gefragt. Nicht nur in Deutschland, der Herkunft des Start-ups, sondern auf der ganzen Welt. Bevor wir uns aber mit dem Ausland beschäftigen, schauen wir, was die Schweiz in diesem Bereich zu bieten hat.

Nebst Ubitricity, das in den Medien hohe Wellen geschlagen hat, gibt es noch andere Anbieter, die aus herkömmlichen Strassenbeleuchtungsmasten Ladepunkte für Elektroautos machen. Hierfür müssen wir jedoch nicht weit gehen, sondern bleiben in der Schweiz. Bereits im letzten Jahr wurden in Schlieren Stationen in Betrieb genommen. Die Initiative zum Ausbau des Ladenetzes wurde von den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich in Zusammenarbeit mit BMW ergriffen. Für Städte und Gemeinden der Schweiz gibt es von EnergieSchweiz einen Leitfaden zum Thema Elektromobilität.

Ein weiteres Projekt ist das im Frühling 2016 gestartete dreijährige Pilotprojekt des Kantons Basel-Stadt, das zehn Parkplätze auf öffentlichem Grund mit Ladestationen mit einer Ladeleistung von 22 kW ausbaut. Diese werden in der Blauen Zone von Wohngebieten platziert, wo es nur wenige Parkgaragen gibt. Mit diesem Angebot soll den Anwohnerinnen und Anwohnern die Ent­scheidung zum Kauf eines Elektroautos erleichtert werden. Das Aufladen an den Ladestationen ist kostenpflichtig, das Parkieren ist kostenlos und tagsüber auf zwei Stunden limi­tiert. In der Nacht bestehen keine zeitlichen Einschränkungen.

Nun blicken wir über die Grenzen hinaus in unser Nachbarland Deutschland, wo das Berliner Unternehmen Ubitricity heute für viele Gemeinden und Städte die Anlaufstelle für die Aufrüstung bereits vorhandener Infrastrukturen für die Elektromobilität ist.

Das Konzept von Ubitricity ist einfach und günstig. Mit ihren SimpleSockets (schaltbaren Steckdosen) wollen sie dafür sorgen, den Elekroautos überall den Zugang zu Strom zu gewährleisten. Diese Steckdosen können überall installiert werden, auch an Strassenlaternen. Die Benutzer müssen ausschliesslich ein sogennantes SmartCable zu den gewünschten Ladepunkten mitbringen, um ihr Auto mit Strom aufzuladen. Für diese Kabel kann ein Stromvertrag abgeschlossen werden. Dieser lässt sich mit einem Mobilfunkvertrag vergleichen. Das Zählen und Abrechnen vom Strom läuft über den mobilen Stromzähler (SmartCable).

In London lancierte Ubitricity im vergangenen Jahr ein Projekt mit grossem Erfolg: Schon weit über 100 Ladesäulen sind in der britischen Hauptstadt in Betrieb und viele weitere werden über die nächsten Jahre erwartet. Laut Knut Hechtfischer ist Ubitricity in London gefragt, da die meisten Bewohnerinnen und Bewohner keinen eigenen Parkplatz besitzen und aufgrund der schlechten Luft viele daran interessiert sind auf Elektromobilität umzusteigen. Zur Förderung dieses Umdenkens der Stadtbevölkerung bedarf es jedoch an Auflademöglichkeiten für E-Autos. An diese Problematik knüpft Ubitricity an und rüstet die Londoner Strassenlaternen zu Ladestationen um.

Zudem gewann Ubitricity die “Local Climate Action Tech Competition” in New York. Dies gab das Büro des Bürgermeisters de Blasio am 12. August 2018 bekannt. Das Berliner Unternehmen hat sich dabei gegen 30 Mitkonkurrenten durchsetzen können. Das Department of Transportation und das Department of Citywide Administration Services New York prüft zur Zeit die Möglichkeiten eines mehrjähriges Pilotprojekts mit Ubitricity .

Fazit: Solche Initiativen sind ein weiterer Beweis dafür, dass momentan kein Weg an der Elektromobilität vorbeiführt. Städte wie London, New York, Zürich oder Basel gehen damit als Vorbilder voraus und werden andere Städte mitziehen.