Energie Schweiz

Wozu dient der Charge-Modus beim PHEV?

Einige Plug-in-Hybride (PHEV) bieten das Aufladen der Batterie über den Verbrennungsmotor an. In der Regel ist das für den Fahrer aber keine gute Idee.

«Mein Plug-in-Hybridauto lässt sich per Knopfdruck in einen Charge-Modus versetzen. Wann soll ich diese Funktion benutzen?», fragte kürzlich ein Autofahret bei der deutschen Sachverständigenorganisation KÜS nach. «Der Charge-Modus dient dazu, die Batterie mit Hilfe des Verbrennungsmotors während der Fahrt aufzuladen», antwortete Kraftfahrzeugexperte Thomas Schuster. «Der Benziner oder Diesel zwackt dann einen Teil seiner Leistung ab, um Strom für den Akku zu erzeugen. In der Regel sollte man diesen Modus vermeiden, denn es ist bei einem Plug-in-Hybrid der denkbar ineffizienteste!»

Die sparsamste Art, einen PHEV zu fahren ist der Elektro-Betrieb. Allerdings nur, wenn der Strom aus der Steckdose kommt und die geplante Strecke mit der noch vorhandenen Batterieladung zu bewältigen ist. Doch leider werden PHEV viel zu oft nicht geladen, die verfügbare rein elektrische Strecke scheint vielen Nutzer zu kurz.

Doch lädt man die Batterie über den Verbrenner, leidet der Wirkungsgrad des Gesamtsystems extrem, denn sowohl bei der Stromerzeugung durch Benziner oder Diesel als auch in Batterie und Elektromotor geht viel Energie verloren.«Am Ende liegt der Wirkungsgrad im Charge-Betrieb sogar unter dem eines konventionell motorisierten Fahrzeugs», warnt der Experte. «CO2- und Schadstoffausstoss sind entsprechend höher – wodurch der eigentliche Grund, einen PHEV zu fahren, ad absurdum geführt wird.»

Dass es den Charge-Modus bei einigen Fahrzeugen überhaupt gibt, hat vor allem mit möglichen künftigen Fahrverboten für Verbrenner in bestimmten Innenstadtbereichen zu tun. Unter Umständen können sie durch das vorherige Aufladen der Batterie umgangen werden. Eine viel sinnvollere Variante dafür ist es, den bei den meisten Fahrzeugen verfügbaren Save-Modus oder Battery-Hold-Modus zu nutzen, der den Akku-Füllstand auf dem aktuellen Wert für eine spätere Nutzung «einfriert».

Der Plug-in-Hybrid ist dann zwar auch nicht maximal effizient unterwegs, aber deutlich sparsamer als im Charge-Modus. Im ECO-Fahrmodus übernimmt bei den meisten Fahrzeugen die Bordelektronik die Wahl des Wirkprinzips und kann in Verbindung mit dem Navi (vorausgesetzt man hat ein Ziel eingegeben) genau berechnen, was die beste Kombination darstellt um effizient ans Ziel zu kommen.

Nicht vergessen: Der Fahrer kann das Ganze dann noch durch eine vorrausschauende Fahrweise und einen behutsamen Umgang mit dem Fahrpedal unterstützen.